Einsortiert unter: Reisen,vor ort | Schlagwörter: Wunderblutkirche, Wege nach Wilsnack, Wusterhausen, Pilgern in Brandenburg, Slayer

Mit Pilgerstätten hatten wir es an dieser Stelle ja schon mal zu tun und man muss sagen, dass ‘Pilgern’ ein in letzter Zeit sehr inflationär gebrauchter, gehörter und angewandter Begriff zu sein scheint. Doch die Adaption bewährter und traditioneller Reinigungs- und Selbsterfahrungsformen ist durchaus legitim, wenn moderne und zeitgeistige Ansätze versagen. Wenn die Stadt zu sehr von einem frisst. Man kennt das in Berlin: Der bewegte Geist ist stets willig, doch das faule Fleisch ist schwach. Oder Geist und Fleisch sind beide schon am Arsch. Ein Umstand den es zu überwinden gilt und wenn ein Wille erstmal Funken schlägt, dann gibt es auch ein Bluwunder. Und dieses Blutwunder wurde bis zur Reformation in Wilsnack besucht und bestaunt. Und nach Wilsnack führt der Weg in die Reinigung bzw. in den Schnellwaschgang, vergleicht man das mit Routen wie der nach Santiago. Aber mühsam nährt sich das Eichhörnchen (wurden auch gesichtet) und so führte der Weg, der sich als strammer Marsch herausstellen sollte, von Henningsdorf, über Flatow, dem Storchendorf, Linum, Fehrbellin und Wusterhausen bis nach Kyritz. Wunderschön. Ruhig. keine Menschenseele. Ein Reh auf der alten Hamburger Poststraße, Lachen im Wald. Frisches Wasser aus dem Wasserhahn des kleinen Dorffriedhofs. Unglaublich schlechtes Essen. Nette Menschen. Mürrische Typen. Ein Gewitter. Die heißeste Woche in Deutschland seit Aufzeichung der Temperatur. Blasen an den Füßen. Schmerzen. Tiefe Erschöpfung. Ein unendlich weites und klares Sternenzelt. Ein See. Eine Bootsfahrt. Ein Kennenlernen. Ein Treffen im Wald, auf weiter Flur, mit sich selbst. Und plötzlich stellt man fest, wie gut wir gelernt haben uns zu verstellen. Und da wir uns zuviel zumuten, geben wir auf. So auch dieses Mal. Wundwasser statt Bluwunder. Eine letzte Nacht am See. Doch jetzt haben wir eine Ahnung und werden weitermachen. Zurück in die Stille. In die Einsamkeit. Im Herbst. Oder nächstes Jahr zur Fashion Week.

- Reiseredakteur Boris Guschlbauer an der Schlafstätte im Gemeindehaus von Flatow. Ein Ort der Ruhe mit einer schönen, kleinen Kirche und mit zur DDR-Zeit mit Holztapete eingewickelten, restaurierten Orgelpfeifen. Hier ist man als Pilger willkommen und Mr. Sandow, Mitglied des Kirchengemeinderats, stets bereit einen in die Geheimnisse der kleinen Liegenschaft einzuweihen.

- Schmerzen, Erschöpfung, Rast. Teresa Mohr, diese junge Frau, diese unglaubliche Musikredakteurin ist ein Vorbild für alle, die glauben, es gibt kein Leben nach dem Chillen. Es gibt nur eines davor.

- Der Scheitel sitzt. Der Körper schwitzt. Auch Chefredakteure sind nur ganz normale Menschen aus Fleisch und Blut.
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ELLESSE war smart und hat passend zum Finale der diesjährigen Fußballweltmeisterschaft ihre Retro-Klassiker in orange ausgegraben. Das richtige Outfit um den Holländern für das Finale viel Glück zu wünschen. Sie hätten es ja eigentlich mal verdient.

Einsortiert unter: Musik,Taktik,vor ort | Schlagwörter: c/o pop, Coco Schmitz, Dorian Paic, Eric D. Clark, Frederike Ebert, Köln, Ray Okpara, Sascha Dive, Shantel
Das Journalistendasein bringt viele Vorteile mit sich: Man trifft interessante Menschen, geht auf ebensolche Partys, oder zumindest solche, die dies von sich behaupten. Dank Presseausweis kommt man in en Genuss einiger Vergünstigungen wie zum Beispiel freier Eintritt in alle deutschen Museen. Und hin und wieder springt auch mal eine Akkreditierung für ein Festival raus. So zum Beispiel bei der diesjährigen c/o pop in Köln, der kleinen, aber mittlerweile sehr selbstständigen Schwester der nach Berlin verzogenen Popkomm.

Während der zeltaffine Teil der Festivalgänger am vergangenen Wochenende das schöne Wetter auf der Fusion genoss, reisten weniger campingbegeisterten Musikfreunde in Scharen in die Domstadt, um von Mittwoch bis Montag eine Auswahl der zahllosen Festivitäten zu besuchen. Unter ihnen auch eine Reihe akkreditierter Journalisten und Fotografen, für die neben Feierei vor allem auch Arbeit auf dem Plan stand.
Zu der Eröffnungsveranstaltung am Mittwoch kamen denn auch viele der geladenen Gäste, schließlich wurde dort strategisch günstig auch die WM-Partie Deutschland-Ghana übertragen und der Sieg der Deutschen Mannschaft machte Lust, anschließend von dort aus weiter zu ziehen. Die Auswahl war – Wochentags sein dank – recht überschaubar und der Grad der Clubbefüllung noch erträglich. Im Stadtgarten wartete Balkan-Popper Shantel mit seinem Bucovina Club Orkestar auf und beglückte eine handvoll Weltmusikfans, im Studio 672 wunderte man sich beim „Deep Vibes Showcase“ mit Sascha Dive, Ray Okpara und Dorian Paic über mangelnde Partzipationsbereitschaft – war doch eben diese Veranstaltung im Vorjahr bereits ziemlich überlaufen. Blame it on the sun, dachten sich wohl die Veranstalter, und ein bisschen auch noch on Fußball, schließlich fühlten sich viele nach der gewonnenen Partie nicht nach Party, sondern eher nach Kneipentour.
Der Donnerstag übte sich das Programmheft dann schon in Superlativen. Den Anfang machten die Franzosen von Phoenix, die gemeinsam mit James Yuill bei strahlendem Sonnenschein das Parkdeck der Kölnmesse in Deutz bespielten. Gastgeber waren die Telekom Street Gigs, der Eintritt war frei, jedoch glücklichen Gewinnern einer Verlosungsaktion vorbehalten. Wer nun auf dieser, der „falschen“ Rheinseite verweilen wollte, den zog es anschließend ins Gebäude 9, wo das bei Ninja Tunes gesignte Duo Coldcut ein „VJ-Cinema“ veranstaltete. Gesponsert von der Energy Union gab es dort Projektionen zum Thema Natur und Leben zu sehen, die live mit einer Soundcollage unterlegt wurden. Was im letzten Jahr bei Wolfgang Voigts Projekt „Gas“ den gesamten, großen Kinosaal des Cinedoms zu füllen vermochte, wollte so recht niemand interessieren. Milde Außentemperaturen luden eher zum Club- und Barhopping in der Kölner Innenstadt ein, zum Beispiel in die Opernterassen, wo die Technoveteranen von M.A.N.D.Y. bei der Get Physical Night die Masse nicht so recht zum Bleiben überzeugen wollten. Ziemlich physical gettete es dafür später im Roxy, wo die in diesem Jahr zum zweiten Mal stattfindende Cómeme Night unter dem gefühlten Motto „Sweat, sweat, sweat“ stand. Selbst den dank ihrer südamerikanischen Herkunft an hohe Temperaturen gewöhnten Djs Matias Aguayo, Rebolledo, Diegors und Korkut Elbay standen angesichts der Raumtemperaturen der Schweiß auf der Stirn – wer bereits im Vorjahr in der Absteige unweit er Kölner Partymeile zu Gast war, wusste was ihn erwartete und kam dementsprechend leicht gekleidet. Während sich das Roxy über zahllose nasse Leiber freute, spielten im Studio 672 Jamaica vor einer, nun ja, sagen wir mal handverlesenen Anzahl von Besuchern. „It’s great to play in front of twenty people“ merkte der Sänger an – der leicht sarkastische Unterton kaum überhörbar. Diese twenty people jedoch fühlten sich selbst in den überschaubaren Räumlichkeiten des Studios leicht verloren statt zum Bleiben animiert. Vielleicht wäre es sinnvoll gewesen, den ersten Live-Gig Chloés, der um drei im an das Studio angrenzenden Stadtgarten stattfand, vorzuziehen? Viele verschlug es nämlich zwecks Überbrückung der Wartezeit einfach in eine der angrenzenden Bars, wie zum Beispiel die Barracuda Bar, die zunächst mit geöffneter Fensterfront und anschließend mit der KI:DS Labelnight überzeugte. Nur wenige fanden anschließend den Weg zurück, einige entschieden sich stattdessen dazu, das erst 2009 eröffnete Coco Schmitz zu besuchen, in dem Schaeben&Voss, Coma und Eric D. Clark eher für leere Flaschen als für volle Gäste musizierten.
Aber mit Beginn des Wochenendes am Freitagabend würde alles besser werden, so war man überzeugt. Nachdem ein Interview mit dem wohl musikalischsten Doktor der Mathematik, Caribou, Lust auf das Spex Live Konzert mit eben jenem, sowie der Urmutter des Schwedenpops Robyn und den Opinion Leadern der Hipster Crowd Bonaparte, machte, zog zunächst das Spiel Brasilien-Portugal zu Unrecht das Interesse auf sich: 90 Minuten reinste Langeweile. Schlau war, wer zwecks WM-Public-Viewing den Biergarten des Stadtgartens aufsuchte und auch dort verweilte. Bei Spex Live im Gloria hieß es nämlich bereits um halb zehn: Einlass nur mit Ticket, nicht mit Bändchen. War man zunächst davon ausgegangen, dass der gelb leuchtende Schmuck am Handgelenk dem Normalsterblichen den Status eines V.I.P.s sichern und den Weg in jeden Club ebnen würde, hier wurde man eines Besseren belehrt und bekam einen Vorgeschmack auf das, was in den nächsten Tagen zu erwarten war: verschlossenen Türen. Wenigstens der Stadtgarten zeigte sich kulant und so durfte man im Studio einem bezaubernden Konzert der Leipziger Band Good Guy Mikesh beiwohnen, deren Debütalbum im September diesen Jahres erscheinen wird und die in der Sängerin der oben im Stadtgarten souverän performenden Band Bonjay bereits einen großen Fan gefunden hat.
Freunde der härteren Spielart von Tanzmusik kannten indes nur ein Ziel: Die Kompakt 3000 Party in der Papierfabrik. Und wie viele Freunde kamen! Die Partylocation fasst rund 2.500 Menschen, und fast ebenso viele pilgerten auch nach Ehrenfeld. Da dies absehbar war, hatte sich der Eintrittspreis gewaschen: 20 Euro – für senstionelle Acts wie Gui Borrato, Walls, Matias Aguayo und Ewan Pearson hätte man sicher noch mehr verlangen können. Wer 70 Euro für ein Festivalticket bezahlt hat, legt doch bestimmt gerne noch etwas drauf! Und Superpitcher sieht man in Köln ja auch nicht alle Tage! Die schlauen Füchse sichert sich schon mal einen Platz auf der taschenbuchdicken Gästeliste, ansonsten hieß es am Eingang: leider kein Einlass mit gelbem Bändchen. Der Frust war groß, noch größer jedoch wurde er, wenn es nun doch gelang, in die heiligen Hallen vorzudringen und man sich dort durch einen schier unermäßlichen Haufen verschwitzer Dorfraver zu quetschen. Glücklich der, der Zuhause geblieben!
Neben dem Publikum der Kompaktparty wirkten die Besucher der wegen des deutschen Achtelfinalspiels am Samstag stattfindenden Pollerwiesen gerade zu grundsympathisch, obwohl es doch gerade diese Wald- und Wiesenraver sind, die sich oftmals für das Fortbleiben der fashiongeneigten Feierszene verantwortlich zeigen. Zur Vintage PollerWiesen, seit Jahren erstmals wieder auf dem namensgebenden Areal nahe der Südbrücke stattfindend, reisten nicht nur Jünger der ersten Stunde wortwörtlich mit Kind und Kegel (oder Federball) an um unter dem Motto „Unser Sommer“ durch eben diesen zu tanzen. Der Eintritt war frei und somit wurden mitgebrachte Moneten in Flüssignahrung umgesetzt, während Local Hero David Hasert in dunkelblauem Unterhemd optisch den Vergleich mit Überraschungsgast DJ Hell provozierte. Zu den südamerikanischen Klängen von Reboots „Caminando“, meisterhaft inszeniert durch Tobi Neumann, kreisten Bierbäuche und Hausfrauenhüften und verbreiteten Beachpartyflair auf den Rheinwiesen.
Während man anschließen im Gloria bei der „Smile vs. Deep“ verzweifelt auf den Rest der Raver wartete und in Erwartung des unüberschaubaren Massenandrangs präventiv Bändchenträgern den Einlass verweigert und daher zu später Stunde in kleiner Runde feierte, gelang der Partyreihe Rote Liebe ein Supercoup. Offiziell nicht zur c/o pop zugehörig, hatten die Veranstalter sich strategisch smart den Jugendpark – der angestammten Pollerwiesenarea – gesichert und locke alles, was den Tag ohne Sonnenstich überstanden hatte, zum tanzen. Wenigstens war hier schon zuvor klar, dass vor dieser Tür alle gleich (zum Zahlen gezwungen) sein würden.
Vom lauter vor verschlossenen Pforten stehen gefrustet, tat man am Sonntag gut daran, nach gewonnenem Achtelfinale sich dem Autokorso anzuschließen oder zumindest grölend durch die Innenstadt zu rennen, auch wenn man sich im Stadtgarten Munk & Telonius und Die Sterne hätte anschauen können – wäre man früh genug dort gewesen oder hätte auf der Gästeliste gestanden, so munkelte zumindest die Gerüchteküche. Viele traten daher nicht einmal mehr den Weg an.
Am Montag bewahrten die drei schmucken Jungs von Aufgang den letzten Tag c/o pop vorm Untergang. Selten zuvor hat man Pianisten derart durchdrehen sehen. Auch wenn das Grand der Masse eigentlich wegen Bugge Wesseltoft & Henrik Schwarz gekommen war, die vor allem durch Comedian-Qualitäten überzeugten, herrschte abschließend Einigkeit darüber, dass Aufgang von sich behaupten kann, das Highlight der diesjährigen c/o pop gewesen zu sein. Darüber hinaus wurde bei dieser Veranstaltung auch vorab kommuniziert, dass eine separate Akkreditierung für den Einlass von Nöten war.
(Frederike Ebert)
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Die obersten zehn Promos vom vorsortierten Haufen nehmen, den neuen und neuesten Scheiss, und in den Zug Richtung Esslingen bei Stuttgart steigen. Dort treffe ich Cris Alexis, der zur Zeit seine ersten Ausstellungen für den Herbst in Barcelona und Berlin vorbereitet, also Farbe auf Leinwand knallt beziehungsweise auf gelbe Säcke und Styroportafeln. Puppen macht er jetzt übrigens auch noch. Zwischen viel Farbe, umgeben von Dämonen und Fratzen die von Leinwänden starren, unter einer im Raum hängenden Puppe im Bondage-Look und bei gefühlten vierzig Grad legen wir irgendwann die CDs ein. Eine nach der anderen. Die Presseinfos legen wir zur Seite. Auf einer sollte später ein Gedicht enstehen, ein kryptischer Verweis auf Rauch- und rauschgeschwängerte Album-Analysen und auf die Frage wie das in die Welt passt. Das Setting stimmt, also Cris, was hälst du davon?
1.
Smooth „The Parade“ Das ist feines Sampling. Die besten Beats gibt es schon lange nicht mehr im HipHop. Erinnert an frühe 90-er BigBeat-Sachen, wie ein Update auf Leonard Cohen. Aber da steckt alles drin, hipper Shit wie Mando Diao, aber auch die Gorillaz hätten mal so einen Song machen können bzw. eigentlich machen sollen, denn diese Scheibe von Smooth ist großartig.
2.
Féloche „la vie cajun“ (Ya Basta!) Extrem hohes Niveau diese Produktion. Auch hier muss man sagen, dass die besten HipHop-Beats mittlerweile nicht mehr im HipHop passieren. Ein französischer Beck, auch wenn mich die Gesangsperformance nicht hundertprozentig überzeugt, da geht noch mehr. Da fehlt ein bisschen der rote Faden, die Vocals schwingen manchmal so beliebig mit. Natürlich ist das ganze auch ein Chanson-Hipster-Eelektro-Clash.
3.
Kat Frankie „The Dance Of A Stranger Heart“ (Zellephan) Drei Songs und raus. Dann lieber Alev Lenz.
4.
Herrenmagazin „Das wird alles einmal dir gehören“ (Motor) Ich weiss, dass man auch so hätte sozialisiert werden können, dass man so was mag. Ich finde das sehr deutsch. Ich glaube sowieso, dass es so typisch deutsche Musik gibt, Tocotronic, Tomte und wahrscheinlich auch Herrenmagazin. Aber ich bin weniger mit Gitarrenmusik groß geworden. Bei mir waren die Weichensteller RZA, DJ Shadow, DJ Vadim oder in Städten gesprochen: Marseille und NY, so 94, 95.
5.
The Pharmacy „Weekend“ (Seayou) Richtig gut. Gesang dilletantiert in Richtung Pete Doherty, die Musik zuweilen auch. Krachige Produktion, sehr retro, aber modern. Eine richtig gute Scheibe, anachronistisch. So wie Vampyr Weekend. Nur genau anders. Wie die zwei Seiten der Beatles. The Pharmacy sind mehr so die Wall Of Sound.
6.
PVT “Church With No Magic” (Warp) (Hilfloses Achselzucken) Rick Rubin meets „99 Problems“, 80er-Retro-Wave. Erinnert mich an Suicide. Aber nicht vergleichbar, das war viel innovativer. (Skipt durch). Oh Gott, jetzt ist alles anders, stressiger, trashiger Elektro-Noise mit ein bisschen Industrial a la Nine Inch Nails. Viel Ambient. Viel Atmosphäre. Eher die Kunstabteilung. Will stören, aber stört nicht genug.
7.
Andreya Triana „Lost Where I Belong“ (Ninja Tune/ Rough Trade) Soul-Jazz, aber warten wir mal was da noch kommt. Oh, das ist so voll der Lauryn Hill „Misseducation“-Vibe. Ist eine nette Pathos-Geschichte, aber ein bisschen zu nett. Kein richtiger Tiefgang. Für einmal hören ganz schön. Mehr nicht.
8.
Who Knew „Bits and Pieces Of A Major Spectacle“ (Devil Duck) Besser als Empire Of the Sun, schlechter als MGMT. Auf jeden Fall rockiger als die beiden erwähnten. Man kann auf jeden Fall nicht sagen, dass das eine Scheiß-Produktion ist.
9.
Teenagers In Tokyo „Sacrifice“ (Backyard/ Ada Global) Pressefoto sagt mir sofort zu, auch wenn der einzige Typ drauf stört. Die Mädels sehen fast Casting-like aus: Asiatisch, indisch, eurasisch. Der Opener ist super, lebt von der simplen Bassline. Dann wird’s schwächer.
10.
Fallulah „The Black Cat Neighbourhood“ (RCA/ Sony) Für Fans von Roisin Murphy, aber weniger elektronisch, dafür mehr in Richtung MTV-Shit das Ganze. Läuft aber auch auf Motor FM. Musikalische Weltklasse im Vergleich zu Lady Gaga. Stichwort Paloma Face, M.I.A. light.
Die 5 zuletzt gehörten Songs auf dem Ipod von Cris Alexis:
George Jackson „Aretha, Sing One For Me“
Jae Mason “Little Girl”
Ghostface „The Sun“ (Bootleg Version)
Screamin’ Jay Hawkins “Put A Spell You”
Baja “Xastlotk”
Mehr über Cris Alexis und seine Ausstellungen demnächst auf www.blank-magazin.de
(T&B: EB)
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Einsortiert unter: Musik,vor ort | Schlagwörter: Krach am Kanal, LAING, Ressort Berlin
Und wieder heißt es KRACH AM KANAL und BLANK proudly presents: Zu Gast an diesem Donnerstag, den 01.07., sind die wunderbaren und wunderschönen LAING aus Kreuzberg: vier Mädchen im stilsicheren Disko-Großstadt-Mix. Hier wird getanzt und gesungen und auch auf die Bühnenoutfits kann man gespannt sein. Eigentlich schon längst kein Geheimtipp mehr. Beginn wie immer, irgendwann wenn es dunkel wird. Mehr.Noch mehr.

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Es fühlt sich an wie gestern, dass Berlin im Aufruhr der Berlinale noch höher pulsierte als sonst. Der Gedanke an die mühsamen Wege über vollkommen vereiste Straßen, der mir kommt, während der zeitgleich mit mir in München angekommene Sommer dafür sorgt, dass mir sogar in meinem T- Shirt zu heiss ist, macht den Unterschied deutlich. Aber nicht nur die meteorologischen Differenzen sind spürbar, auch das Klima des Filmfestes ist ein anderes. Mit Münchner Ruhe wird man empfangen, angenehm unprätentiös wirkt das Geschehen.
Meinen Auftakt beging ich gestern, einen Tag nach offizieller Eröffnung des Filmfests, mit der Samstag- Nachmittag- Aufführung von “Tetro”, Deutschlandpremiere des unglaublichen, neuen Filmes von Francis Ford Coppola. Ein Meisterwerk. In Zeiten, in denen jeder über 3D als den nächsten Schritt spricht, macht Coppola einen Schritt “zurück” und schafft einen modernen Klassiker in Schwarz- Weiss(einzig ein paar Rückblenden sind in Farbe). Vermutlich wird es dieser Film nur in ausgewählte Kinos schaffen, doch es lohnt sich Ausschau zu halten, mein erster Film des Münchner Filmfests 2010 ist so auch gleich die erste Empfehlung.
Mit einem Kopf voll Coppola ging es dann direkt danach weiter auf die Praterinsel, auf der Tele 5 den “Director’s Cut” ausrichtete. Im Hof, in den der rote Teppich führte, gab es erst einmal kühle Getränke und Häppchen gereicht, in abklingender Sommerhitze versammelten sich langsam aber sicher eine bunte Menge aus Vertretern der Filmbranche, der Modebranche und dementsprechend auch einer aberwitzigen Anzahl an Pressemenschen und Fotographen. Alle gekommen, um die illustre Runde auf dem Podium anzusehen und zu -hören. Anmoderiert von Thomas Gottschalk setzten sich Marc Rothemund, Wim Wenders, Christine Hartmann, Dani Levi und Thomas Krause als Vertreter der deutschen Regisseure auf die Bühne, auf der sie von “blickpunkt:film”- Chef Ulrich Höcherl zu ihren momentan entstehenden Werken befragt wurden. Wurde auf der Bühne auf Barhockern gesessen, so stand die Hälfte des Publikums in dem kleinen, stickigen Kellergewölbe, das bei weitem nicht genug Platz für alle Gäste bot. Auch die sehr starke Behandlung der WM in der Anmoderation und sogar in den Fragen trübte anfangs ein bisschen meine Freude, den Großen auf der Bühne zu lauschen. Doch sobald der Sprung weg vom Fussball und hinein in die Materie, dem Alltag der Regisseure, geschafft war, entwickelte sich das Gespräch zu einem angenehmen Abendprogramm. Das durch die Bank sehr sympathische Gästeensemble bekam interessante Fragen gestellt, auf die es noch interessantere Antworten zu bieten hatte. Ohne ins Fachsimpeln abzudriften blieb das Gespräch auch für nicht der Branche entstammende Zuhörer informativ und verständlich, gleichzeitig wurde es nie zu banal, auch gezeigte Trailer und Filmausschnitte illustrierten die Themen auf angenehme Weise.
Danach ging es zurück nach draussen, an die frische Luft, an das Buffet und an die Bars. Weitere Gäste hatten sich inzwischen dazugesellt, so dass sich eine illustre Menge gebildet hatte, die sich kollektiv für die bevorstehenden Tage im Rahmen des Filmfests aufwärmte. Die entspannte Stimmung ist auch auf mich übergesprungen, den Verzicht auf WM und Sonne nehme ich gerne in Kauf um mir in der kommenden Woche anzusehen, was das Kino und dessen Vertreter momentan zu bieten haben. (Kaspar Lerch)
Informationen rund um das Filmfest München und das komplette Programm.
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Das Feuilleton spricht schon seit längerem von dem Aufkommen einer neuen Bürgerlichkeit. Die kleinen Hildas und Wilhelms im Kindergarten, die etwas größeren Mädchen mit den Gretchenzöpfen, häkelnden Mütter in W-lan freien Cafes – alle Zeichen stehen auf Tradition. Auf Berlin ist in Sachen Trend bekanntlich Verlass und so freuen wir uns in der Hauptstadt über die folgende Adaption: Der blaue Montag nimmt Bezug auf eine in Klein- und Handwerksbetrieben übliche Tradition an Montagen nur mit halber Kraft zu arbeiten. Mittlerweile ist Blau zu einem Synonym für Müßiggang und Laissez-fair geworden. Zum Fête de la Musique wurde dieser nette und viel zu oft vergessene Ritus wieder aufgegriffen, neu interpretiert und gebührend beachtet. So lässt sich Tradition feiern: mit Modeselektor, Oye Records Berlin und einem sonnigen Nachmittag auf der Oderberger Strasse – montags.
Vielen Dank an Sel, der die Stimmung für uns eingefangen hat.
(AM)
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Am Donnerstag und ab Donnerstag gibt es regelmäßig KRACH AM KANAL im RESSORT CLUB BERLIN in der Invalidenstraße, ganz hinten, am Ende vom Parkplatz, direkt am Kanal. We proudly present: unbekannte, upcoming und abartige Band aus dem urbanen Schmelztiegel Deutschlands. So entstehen zum einen keine Fahrtkosten und zum anderen lernt man mal die Stadt neu kennen. Zum Auftakt spielt diesen Donnerstag den 24. Juni die unglaubliche BAND DEUTSCHER MÄDELS. Das ist treibender, lyrischer Großstadtdiskorock zum Loslassen. Stagetime irgendwann wenn es dunkel ist. Gebt den Mädels Eure Stimme.








