Faceyourmagazine's Blog


SIRO-A the technodelic visual show
August 9, 2012, 10:36 vormittags
Filed under: Kunst, Musik, Theater | Schlagwörter: , ,

Eine japanische Visual-Show kann nur einzigartig sein

Wie bewertet man eine Show, ohne einzelne Elemente dieser zu verraten? Am besten einfach kurz: Siro-A ist japanischen Ursprungs und eventuell bin ich ja nicht allein mit der Meinung: Japaner sind irgendwie anders. Damit dürfte der BlueManGroup-Vergleich passé sein. Wer sich japanische Delikatessen, ihre pornografischen Filme, ihr Schulsystem etc anschaut, weiß eventuell, was ich meine. Auch Siro-A unterstützt meine Denkweise eindrucksvoll. Siro-A ist selbstgemacht. Das ist gut. Siro-A steckt noch in den Anfängen und hat Potential. Das ist auch gut. Siro-A ist unterhaltsam. Das ist eh immer gut. Siro-A ist japanisch. Ist das gut? Das theoretische Problem: Humor ist relativ kulturabhängig. Viele sind sich dabei ähnlich. Die Japaner eher nicht. Ich will Japaner damit nicht denunzieren, ich versuche nur meinem ambivalenten Gefühl Ausdruck zu verleihen. Die Show ist unterhaltsam. Nur war ich mir manchmal nicht sicher, ob ich an den richtigen Stellen amüsiert war. „Richtig“ gibt es bei Humor ja nicht wirklich, sagen wir also an den „geplanten“ Stellen. Wobei manche aus meiner Sicht humoristischen Einlagen der wirklich nahezu perfekt choreographierten Show nicht zwangsläufig geplant erschienen. Die Show hat Potential impliziert eben auch: die Show scheint noch nicht komplett ausgereift. Vielleicht daher das ambivalente Gefühl!? Vielleicht auch, weil es wirklich einzigartig ist!? Vielleicht weil es eigenartig ist!? Ich kann es nicht wirklich sagen. Ich kann nicht einmal wirklich sagen, ob ich es gut fand. Fakt ist: nach ihrem Europadebüt auf dem Fringe-Festival 2011 gewannen sie direkt den Spirit of the Fringe-Award.
Versuchen wir es einfach so auf den Punkt zu bringen: Im Laufe der Show musste ich mich fürchten, meine Stirn runzeln, meine Augenbraue hochziehen, mir wünschen auf Psylo-Pilzen zu sein, lächeln, lachen und staunen. Ich glaube viel mehr kann man sich bei einer Show eigentlich nicht wünschen. Bleibt eigentlich nur eines zu tun – angucken, selbst beurteilen. (YB)



WE LOVE MIXED MARTIAL ARTS (und natürlich Weltfrieden)
April 23, 2012, 10:56 vormittags
Filed under: Sport, Theater, vor ort | Schlagwörter: ,

Am 12.5. heißt es in der Berliner Universal Halle zum nunmehr dritten Mal wieder: „We Love MMA“. Dann wird der Käfig aufgebaut und alles festgeschraubt, was man schmeißen könnte.

Um kein Halbwissen zu verbreiten, hier die offizielle Definition: MMA (Mixed Martial Arts) ist ein Vollkontaktkampfsport, der ein breites Spektrum an Kampftechniken erlaubt, von einer Mischung traditioneller bis hin zu nicht-traditionellen Wettkampftechniken. Die Regeln erlauben Schlag- und Bodenkampftechniken wie z.B. Boxen, Kickboxen, Muay Thai, Brazilian Jiu-Jitsu, Ringen, Kung Fu, Judo und Grappling. Die Veranstaltungen der We Love MMA Serie werden unter dem von der UFC anerkanntem internationalem Regelwerk der „Unified Rules of Mixed Martial Arts“ durchgeführt.

Bereits bei der ersten Veranstaltung 2010 war die Halle ausverkauft und daran hat sich auch im Jahr darauf nichts geändert. Auch in diesem Jahr wird es wohl wieder voll werden, laut und schwitzig. Die Zeiten sind hart. Die Menschen sind es auch. Glauben sie zumindest. Kontrollierte Gewalt kann etwas positives sein. Kann.

Im letzten Jahr war ich auch dabei, nicht als Kämpfer, nur als sensationsgieriger Zuschauer. Wer aber immer noch das Bild einer stumpfsinnigen, brutalen Sports vor Augen hat, kann sich hier eines Besseren belehren lassen. Sicherlich geht es hier im Ring nicht zimperlich zu, vielleicht sogar stumpfsinnig und brutal, aber das nimmt sich nichts mit den gesellschaftlichen Großereignissen rund um die Kämpfe von Klitschko, Abraham, Sturm und Co. Es gilt die Schönheit im Kampf zu entdecken. Und das kann man. Fan oder nicht. Die Urgewalt im Kampf Mann gegen Mann kommt hier in stilisierter Form und entwickelt eine ganz eigene Ästhetik von zivilisatorischer Romantik.

Was ich erleben durfte, waren faire Kämpfe, immer bedacht auf die Sicherheit der Kämpfer, eine Gemeinschaft, die sich untereinander zu kennen und zu mögen scheint, sowie ein wirklich gut gelauntes durchmischtes Publikum, nicht frei natürlich von obskuren Schlägern und Stiernacken, denen man nicht unbedingt die Kinderkrabbelgruppe anvertrauen würde (ich stehe zu Vorurteilen), aber auch Normalovolk, wie Du und Ich. Gelegentlich auch mehr oder weniger unfreiwillige Comedy-Einlagen von Kämpferfrauen, die die halbe Arena begeisterten („Du schaffst es Jonny! Ich liebe dich Jonny!“).

Die Tickets kosten zwischen 20€ und 50€ und sind bei Eventim und unter WE LOVE MMA erhältlich. Ring Frei! (YB)

http://www.myvideo.de/embed/7917348
FFA Titelkampf: Christian Draxler Iron Fist Gym Vi… – MyVideo



Blind Date Swingers Club No.8
September 5, 2010, 4:23 nachmittags
Filed under: Theater, Verlosung, vor ort | Schlagwörter: ,

BLANK verlost 2×2 Plätze auf der GL. Mail bis Mittwoch, 8.09. mit Betreff “Auch will swingen” an verlosung[at]blank-magazin.de. Rechts- und Schleichwege ausgenommen! Mehr Infos hier und hier und hier. Have fun!



Berliner Beobachtungsposten, Sonnenkinder und Straßenkino
Mai 1, 2010, 11:14 vormittags
Filed under: Gossip, Mode, Theater, vor ort | Schlagwörter: , , ,

Die Sonne scheint. Die Lockerness kehrt zurück. Die bunten Sonnenbrillen auch. Wir setzen uns an oder in oder auf die Straße und stellen fest: es hat sich nicht geändert bzw. wir haben uns nicht geändert, reagieren auf alte Reize, sehen neues nicht als ‘neu’ sondern vielmehr als ‘notwendig’ und altes als allgegenwärtig. Wir sind Waldorf und Statler, Bunte und Gala, Keta und Min und haben ein Zeitloch gefunden, ein alles verschlingendes Monster. Wir sind zweitausendzehn. Wir sind Berlin. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Kommen Sie doch einfach mal vorbei. Mittendrin statt nur dabei. Flaghipstore statt Futterneid. Hegemann statt Heilung. Redundanz statt Richtung. Also setzen wir uns einfach mal hin und warten ab, wird schon wieder irgendwas passieren. Mit uns. Ohne uns.


(Text/Fotos: JF)



Die vergessenen Freuden der Subjektivität

Objektiv betrachten, abwägen zwischen den Positionen, einen neutralen Standpunkt einnehmen, Unvoreingenommenheit gegenüber allem Neuen zeigen, egal wie hässlich und grell das Neue daherkommt. Die Doktrin unserer Zeit ist nicht der radikale Individualismus, sondern die Erwartung der Welt objektiv gegenüberzutreten zu können. Da erscheint einem das Konzept der Autorentheatertage fast unverschämt, verschreibt es sich mit einem Alleinjuroren der absoluten Subjektivität.

Der Journalist und Filmkritiker Michael Althen regiert in diesem Jahr ganz in Manier Ludwig XIV. Ort des Geschehens ist das Deutsche Theater, welches dem Versailler Hof in Sachen Prunk zwar nicht ebenbürtig ist, sich dafür aber definitiv als volksnäher erwiesen hat. Aus 160 Zusendungen hat Althen vier der, seines Erachtens nach, interessantesten Stücke der Gegenwartsdramatik ausgewählt. Zahlreiche Gastspiele bieten vom 8. bis 17. April 2010, neben den Stücken der jungen Wilden, ein abwechslungsreiches Programm dar. So zum Beispiel das Stück Interview. Der Film des verstorbenen Regisseurs Theo Van Goghs wurde bereits 2007 mit Sienna Miller und Steve Buscemi neuverfilmt. Steve Buscemi, den man vor allem aus Auftritten in Coffee and Cigarettes, Reservoir Dogs und so gut wie jedem zweiten Coen-Brüder Film kennt, liefert sich in der Rolle des Journalisten Pierre einen Schlagabtausch mit dem schönen Serienstar Katya. Weder Pierre noch Katya wollen den Vorurteilen und Erwartungen des Gegenübers genügen und so entwickelt sich zwischen den beiden ein Katz und Maus Spiel aus Anziehung, Abstoßung, Hass und der Suche nach einem Zuhörer.

Interview bietet den perfekten Stoff für die Bühne, zwei Charaktere, die sich im Laufe des Gesprächs immer weiter entblößen. Auf die Bühne gebracht wird das Stück vom Theater Neumarkt Zürich unter Leitung von Martin Kušej.

Den ausführlichen Spielplan zu den Theatertagen gibt es hier.

Der Film Interview ist bei Arthouse als DVD erschienen, den Trailer gibts hier

(AM)



Gedanken über vereiste Bürgersteige, Peymann, Generation Ficken 2.0 und Roadkills
Februar 12, 2010, 8:17 nachmittags
Filed under: Anmerkungen, Literatur, Theater | Schlagwörter: , , ,

Das Salz ist alle und die Straßen und Bürgersteige der Hauptstadt sind scheiße. Ein schwerwiegendes Problem Alte Menschen bleiben zu Hause oder brechen sich die Hüfte. Junge Menschen prellen sich die Coolness. Jungegebliebene verlieren ihren Stolz. Der krisenerfahrene Theaterintendant und Querdenker Peymann fordert im Angesicht dieses Notstandes sogar die Zwangsmobilisierung von Hartz-IV-Empfängern zum Eis hacken. Oder war es die Bundeswehr? Es geht doch immerhin um einen Notstand: Das Eis will verdammt nochmal nicht schmelzen. Zumindest nicht hier. Bei uns. Hier in Berlin. Woanders sieht das natürlich anders aus. Da ringen Pinguin und Eisbär um jede Scholle, die da in unendlicher Meeresweite treibt. Hier in Berlin dagegen ist Eis böse. Furchtbar böse. Das findet nicht nur Peymann, der alte Styler.

Erst waren es die High-Heels-verhafteten Gäste und Protagonisten der Fashion-Week, die mit diesen unwürdigen Zuständen zu kämpfen hatten und sich in ihren Tweets und Rocks, ich meinte Blogs, darüber beklagten; jetzt sind es Filmschaffende, Filmliebhaber und Fans, denn auch die Berlinale gibt sich in ihrem Jubiläumsjahr recht winterlich. Doch äußere Umstände sind ja bekanntlich außen vor, wenn es um das innere Wohlbefinden geht, um das Gleichgewicht. Wer im Partyrausch der Partyhauptstadt und Angesichts des von der glitzernden Filmbranche demonstrierten Glamours dennoch völlig durchdrehen, sich die Klamotten vom Leib reißen oder sich in den Arsch ficken lassen möchte kann dies im verschneiten Berlin dieser Tage natürlich auch. Vorausgesetzt das Berghain wird nicht doch noch spontan geräumt und geschlossen. Oder musealisiert. Wer weiß wie die Oberen auf die fortschreitende Verrohung unserer Jugend und die sich breit machende Hoffnungslosigkeit ihres Wesen reagieren und das intellektuelle Umgehen von Gesetzen zum Schutze der selbigen dulden. Eine Generation als Roadkill. Na Spitze!

Vielleicht gib es zur nächstjährigen Berlinale ja den Film zur Katastrophe: zwei verbrüderte, als Theater- oder Werbe-Hipster getarnte Crack- und Ketamin-Junkies besteigen in einer tödlich-kalten Nacht im Januar Zweitausendzehn den vereisten und als-nicht-bezwingbar geltenden Prenzlauer Berg. Einer stirbt auf dem Weg unter mysteriösen Umständen den Kältetod. Der andere schafft es zurück nach Mitte und schreibt darüber ein Buch, das von Bernd Eichinger entdeckt, noch mal geschrieben und verfilmt wird. Die Moral von der Geschichte gibt es zur Zeit bereits im Kino zu bewundern. Der Film heißt „Zeiten ändern Dich“ und die Moral von der Geschichte habe ich jetzt doch vergessen. Dabei war das irgendwas, was man sich gut merken konnte. Ich glaube irgendwas mit ‚Ficken’. Oder habe ich da jetzt was verwechselt?

(EB)



Turnschuhklappe Doku: Noch eine Woche
Dezember 7, 2009, 1:59 nachmittags
Filed under: Kunst, Mode, Musik, politik, Theater, vor ort | Schlagwörter: , , , , , ,

Noch eine Woche bis zum Kick-Off-Event für Die Turnschuhklappe. Ein bisschen können wir jetzt auch schon vom Line-Up verraten. Auf der Bühne werden u.a. zu sehen sein Nico Suave und Prinz Pi und an den Plattenspielern u.a. Lexy und Sven Van Thom. Wir sortieren, schichten und verpacken derweil weiter Schuhe, denn darum geht es ja schließlich.

Mehr zu lesen, Diskussionen zum Thema, Karten zu gewinnen u.a. gibt es u.a. auf sneakerized, KesselTV, Facebook, Twitter und natürlich auf der Seite der Turnschuhklappe.



Die Turnschuhklappe
Dezember 1, 2009, 1:52 nachmittags
Filed under: Kunst, Mode, Theater | Schlagwörter: , , , , , ,

Ok, jetzt geht es los, Die Turnschuhklappe geht auf und zu und so langsam sammelt sich was. Heute mussten wir einen LKW abweisen, uns neu sammeln, sondieren: wo können wir die knapp 1.000 Paar neuen Schuhe zwischenlagern. Dann das Telefon. Es klingelt. Jemand bestätigt sein Kommen am 14.12. zum Kick-Off-Event in Berlin. Oder er bestätigt nicht. Mit Frankfurt telefonieren. Wo lagern wir die Schuhe zwischen? hat Nico Suave fest zugesagt? Prinz Pi meinte am Telefon das geht klar? Nilz Bokelberg und Sven Van Thom sind wohl auch dabei und rocken als DJs den kleinen Floor. Hat Gravis schon die Schuhe angeliefert? Welche Größen? Wo lagern wir die anderen Schuhe zwischen? Wann müssen die Einladungen in den Druck? Wer verlost die jetzt alles? Ach, wir auch, alright, also: 10×2 Karten für die Turnschuhklappe am 14.12. im Rodeo Berlin. Schickt bis zum 10.12. eine Mail mit dem Betreff “Turnschuhklappe” an verlosung[at]blank-magazin.de und habt einfach etwas Glück. Ansonsten gibt es an verschiedenen Stellen auch noch Eintrittskarten zu gewinnen, z.B. hier.



Pornografie des Alltags
Juli 8, 2009, 3:53 nachmittags
Filed under: Theater | Schlagwörter: , , ,

Pornographie Pornograhie

Wer im Bereich Kultur nicht ganz auf, von den Massenmedien populistisch ausgeschlachtete Themen, wie Sex, Großstädterschicksale und Terrorangst verzichten möchte, für den haben wir noch eine ganz besondere Empfehlung fürs Wochenende. Ganz so einfach ist es dann natürlich doch nicht, würde dieses Themenensemble wohl doch eher im Vorabendprogramm eines einschlägig bekannten Privatsenders, statt am renommierten Hamburger Schauspielhaus zu finden sein. Wie also lockt man das hanseatische Bürgertum in ein Theaterstück, welches auf den Namen “Pornografie” hört? Ganz einfach, man wendet das Kinderüberraschungs-Prinzip an. Es ist nie das drin, was man erwartet. Und so tauchen in Simon Stephens Stück “Pornografie” keine Utensilien aus Lack und Leder (oder die landläufig bekannten rosa Fellhandschellen) auf. Den einen mag das jetzt enttäuschen, es lohnt sich an dieser Stelle aber trotzdem weiterzulesen.

Unter Regie von Sebastian Nübling entwickelt sich das Stück zu einer entlarvenden Gesellschaftsdiagnose – alle leiden sie, keiner kennt das Erlösung versprechende Gegenmittel. Pornografie erzählt die Geschichte sieben einsamer Schicksale, die mitten im alles verschluckenden London des Jahres 2005, aus dem unterkühlten und stumpfen Alltag auszubrechen suchen. Jeder für sich bereitet seine eigene kleine Katastrophe vor, während sich zeitgleich vier Selbstmordattentäter im menschlichen Gewirr der Londoner U-Bahn in die Luft sprengen.

Simon Stephens deckt mit seinem Stück, die Abgründe menschlicher Existenzen auf  (es war ein Einfaches, alle sieben Sündenfälle im Stück unterzubringen) und liefert damit einen weiteren Beweis für die Nicht-Kommunikation und das aneinander vorbei leben in unserer Gesellschaft. Die Perversion dessen, was wir bereits als normal empfinden ist es, was bei Stephens zur Pornographie des Alltags wird. Da kann man sich die drei Euro Ausleihgebühr für die DVD wirklich schenken!

Datum : 10.07.2009, Deutsches Schauspielhaus Hamburg




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