Gespeichert unter: Anmerkungen, Heft, Uncategorized | Schlagworte: BLANK MAGAZIN, D.A.D., Klez.e, Neuhass, söllner
Wir verlosen 2 BLANK-Abos

Endlich ist es soweit: BLANK wartet ab heute am Kiosk auf euch. Und weil das ein Grund zum Feiern ist, gibt es was zu gewinnen, nämlich 2 Abos von BLANK und dazu jeweils einmal das Album „Monster Philosophy“ der dänischen Rocker D-A-D. Schickt dazu einfach eine Mail an: verlosung@blank-magazin.de

Gespeichert unter: Uncategorized | Schlagworte: bad reichenhall, söllner, staatsanwalt, urteil
Hans Söllner, bayerischer Liedermacher und Stachel im Fleisch der bayerischen Politik, ist wieder auf der Straße und macht Aktion. Als am 2. Januar 2006 das Dach der Eishalle in Söllners Heimatstadt Bad Reichenhall einstürzte und 15 Menschen zu Tode kamen, war die Anteilnahme bundesweit groß, die Rufe nach Konsequenzen waren groß und am Ende kam denkbar wenig dabei raus. Inzwischen wurde ein Bürgerbegehren über die Nachfolgenutzung des Geländes von der Lokalpolitik negiert und damit kann und will sich ein Hans Söllner nicht abgeben. Deshalb hält er heute das Gelände der Halle besetzt und ruft die Bad Reichenhaller Bevölkerung zu einer Reaktion auf. Hier ist die offizielle Pressemeldung zu lesen, mehr zu Söllner gibt es in der ersten Ausgabe des BLANK und eine Vorschau schon hier. Solidarität!
Guter Bayer, böser Bayer
Hans Söllner, der bayerische Rebell, ist vieles. Rasta, Kiffer, Liedermacher, Politikerschreck. Manches gewesen, manches immer noch – alles aber immer mit Überzeugung und zu 120%. Sein starkes Rückgrat und die flinke Zunge haben ihm manchen Ärger mit der bayerischen Obrigkeit eingebracht. Söllner kämpft für die Legalisierung von Marihuana und gegen die Gängelung durch die Behörden. Die schlagen in schöner Regelmäßigkeit zurück und schicken dem Musiker Überfallkommandos zu seinen Konzerten und in sein Zuhause. Alles wegen weniger Gramm Marihuana und einiger T-Shirts. Inzwischen hat Söllner 250.000 Euro für diverse Vergehen an den Freistaat zahlen dürfen. Und auch, wenn dieser inzwischen ein wenig zur Ruhe gekommen zu sein scheint – Hans Söllner ist immer noch da und alles andere als versöhnlich gestimmt. Im nächsten Heft haben wir dem 52-Jährigen reichlich Platz eingeräumt, hier gibt es schon einmal ein paar Auszüge aus dem Interview.
Haben Sie keine Angst, irgendwann keine Reibung mehr zu erzeugen?
Ich will gar keine Reibung. Alles, was ich mache, ist Selbsttherapie. Es lief eine Zeit lang unter dem Deckmantel „Ich mache es für euch“ dann wieder unter „Ich mache es, um etwas zu verändern“. Im Grunde genommen habe ich immer übersehen, dass ich mich selbst therapiere. Ich habe lediglich über das, was ich mache, mich selbst auf dem Weg gehalten. Jeder von uns geht auf einem Grat, wo es rechts und links runter geht. Du kannst drogenabhängig werden, du kannst krank werden, du verlierst deine Traumfrau und bist übermorgen ein Penner und wir treffen uns, wie du in Freiburg die Mülltonnen durchsuchen musst. Ich versuche den ganzen Tag, dass ich in meiner Mitte bleibe.
Gelingt Ihnen das?
Ich war ja teilweise schon nicht in der Waage und das hat mich viel Geld gekostet, ganz viele Polizeieinsätze und viele Nerven. Ich glaube, dass sie viel mehr Probleme haben, wenn ich in meiner Mitte bin und ich ihnen eigentlich nichts tue. Sie können mich aufhalten, weil meine Scheibe falsch getönt ist oder mein Nummernschild schief hängt, weißt du, so Kinderkram. Damit es halt nicht aufhört. Aber sie können nicht meine Texte verbieten, sie können mich nicht daran hindern, mich selbst zu heilen. Ich sage was in meiner Sprache, was in meinem Land verstanden wird und in Algerien oder Australien muss es halt ein anderer sagen, weil sie da eine andere Sprache sprechen. Ich bin nur für daheim zuständig.
Was sollte jeder Mensch tun, um die Gesellschaft ein bisschen besser zu machen?
Das ist eine schwere Frage, denn das kann man so pauschal gar nicht sagen. Wir sollten einfach aufhören, eine Junkie-Gesellschaft zu sein, nach irgendwas süchtig zu sein. Egal, ob es Markenjeans sind, teure Uhren oder was auch immer. Wir müssen aufhören, Junkies zu sein. Alles, was uns süchtig macht, müssen wir überwinden. Wenn du den Drang nicht mehr hast, etwas haben zu oder etwas sein müssen, kannst du dich um das Wesentliche kümmern.
