Wo ist der neue Feminismus?
April 8, 2009, 1:16
Gespeichert unter:
HEFT ZWEI | Schlagworte:
Barbara Streidl,
De:bug,
Fräulein Tessa,
Katrin Rönicke,
Meredith Haaf,
Missy Magazine,
Neon,
Popfeminismus,
Spex,
Teresa Bücker,
Violetta Simon
„Schönsein ist so öde.“ – Neues wagen scheinbar auch. Das Missy Magazine ist zwar eine ernstzunehmende Bereicherung des Zeitschriftenmarktes, dem Anspruch, ein Sprachrohr für die einflussreichen, hellwachen Frauen von heute und morgen zu sein, genügt es hingegen nicht.
Ein ganzes Magazin den Frauen, ihren Herzensangelegenheiten, Stolpersteinen und Ideen zu widmen und sich dabei stark vom Angebot der Hochglanzblätter mit Appell an die perfekte Tussi abzugrenzen, hätte man für den deutschen Pressemarkt nicht erwartet. Die Anzahl der Magazine, in denen Frauen von anderen Frauen für dumm verkauft werden, hat sich nicht auf eine erträgliche Schar gesundgeschrumpft. Ihre Sprache hat zudem die Frauenbewegung wieder auf den Einsatz von Schönheit und den Reiz des weiblichen Körpers zur Verbalisierung der weiblichen Forderungen reduziert. Köpfchen kennt der Journalismus für Frauen nicht. Es sieht heute so aus, als „beschränke sich die Frauenbewegung mit einhelligem Kopfnicken, dass die Frau von heute keine Emanzipation mehr benötige“ (Violetta Simon: Germany‘s Next Role-Model. sueddeutsche.de vom 05.03.2009). Dass intelligenten Frauen unter 30 kein Printprodukt zur Verfügung stand, das sie als Hauptzielgruppe ansprach, ist einem großen Verlagshaus in den letzten Jahren nicht aufgefallen. Anstatt sich dieser Marktlücke anzunehmen, verspürt man die Einstellung von Park Avenue und Vanity Fair als Verlust und stopft unzählige Frauenwebportale in Rosé-Schattierung lieblos ins Netz, die weiterhin an Frauen mit Appetit auf Politik, Kontroverse und Schöngeist vorbei schlittern. Heidi Klums Erniedrigung junger Laufstegaspirantinnen mit kritischer Miene zur Kenntnis zu nehmen, gilt heute bereits als frauenrechtliches Engagement.
Es ist bezeichnend für den Stand der Emanzipation und den Rückschritt, den diese beschreitet, dass von Redakteurinnen geführte Blätter die Darstellung der Frau als ganzheitliches Geschlecht nicht vollbringen, sie nicht auskommen ohne Modestrecken mit Mannequins, deren Knochigkeit Sex und Vernunft entbehrt, sie die Beschränkung der weiblichen Interessen auf Haute Couture, Beauty, Innenarchitektur und Diät nicht vermögen aufzubrechen, ohne sehnsüchtigen Blick nach Hollywood und Traumspiel des Horoskops nicht auskommenend. (mehr…)
BLANK April Ausgabe
März 26, 2009, 5:37
Gespeichert unter:
Heft | Schlagworte:
Cosma Shiva Hagen,
Jan Off,
Maximilian Hecker,
Miriam Schaaf,
Missy Magazine,
Nilz Bokelberg,
Roman Libbertz,
Sarah Kuttner,
Teresa Bücker

BLANK im April. Um es kurz zusammen zu fassen:
Roman Libbertz hat sich für seine Kolumne „Um nichts vorwegzunehmen, aber…“ mit Sarah Kuttner getroffen und weiß nun was es heißt ‚so einen auf Ansage zu machen’. Jan Off macht sich in „Bock auf Boxen: SEK“ hautnah Gedanken über Polizeigewalt und Eskalation. Cosma Shiva Hagen berichtet in ihrer Funktion als Baumwollpatin aus Burkina Faso. Teresa Bücker fragt in der losen Reihe über den weiblichen Wohlfühlfaktor im Wahlkampf „Wo ist der neue Feminismus?“ und beschäftigt sich mit dem Missy Magazine. Nilz Bokelberg konfroniert sich in seiner Kolumne „Verschlimmbessern“ mal wieder mit seinem Unterbewusstsein. Maximilian Hecker erzählt von seiner neuen Platte und wirft sich mit freiem Oberkörper in Pose und die Modedesignerin Miriam Schaaf verrät unter anderem, wie sehr sie von Tocotronic beeinflusst wurde. Das alles und noch viel mehr haben wir unter dem Titel „Zeitenwende“ zusammengefasst. Wir denken das passt.
BLANK – Gesellschaft, Diskurs, Disko. Aprilausgabe ab 27.03. am Kiosk.