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Monster, Philosophie, Dänemark…
November 21, 2008, 12:11 pm
Filed under: Musik | Schlagwörter: , ,

D-A-D, das waren damals Ende der Achtiger und in den frühen Neunzigern die Typen mit dem Riesensofa auf der Bühne (Deichkind? Nachmacher…), den Taucheranzügen auf den Promophotos und der Mann mit dem Raketenbass. Die Älteren erinnern sich an „No Fuel Left For The Pilgrims“, mindestens aber an „Sleeping My Day Away“. Des Motto einer ganzen Generation an Punks, Lebenskünstlern und als solche getarnte Taugenichtse. Die Band tourte damals weltweit, das folgende „Riskin´ It All“ wird fast noch größer und auf einmal… Verliert sich die Band irgendwie selbst aus den Augen. Die Verkäufe stagnieren, die Alben werden immer vertrackter und als ob man Kurt Cobain und seiner Grounge-Welle etwas wegnehmen wollte, geht die Leichtigkeit flöten, mithin wichtigstes Trademark der vier Dänen. Die Fans sind verwirrt bis erzürnt – zurecht – und kehren ihren Lieblingen Mitte der Neunziger in Scharen den Rücken. Doch der Däne ist leidensfähig und ebenso willens, zu vergeben. Denn 2000 melden sich D-A-D, die früher mal „Disneyland After Dark“ hiessen, bis Micky´s böser Bruder darob erzürnt den Zeigefinger erhob, mit einem Album zurück, das die Fans versöhnt. „Everything Glows“ hat viel, was die Band groß gemacht hat in der Schnittmenge von Spaß und Ernst, Rock und Folklore versammelt. Es geht wieder aufwärts, unter Doppelplatin geht in der Heimat seitdem nichts mehr. Ein dänisches Phänomen, denn außerhalb Skandinaviens bleibt es still. Eigenartig, denn die Qualität stimmt auch auf den folgenden „Soft Dogs“ und „Scare Yourself“. Die Livedarbietungen der ehemaligen Cowpunks sind legendär, aber irgendwie kriegt das außerhalb von Roskilde (das sie beinahe jährlich headlinen), keiner so richtig mit. Warum? Es gibt Dinge in diesem Universum, die zu erklären nichtmal Uri Geller im Stande ist. Plattenfirmen, Managements, Bookingagenturen… Ein diabolisch-bermudianisches Dreieck, in dem schon so mancher spurlos verschwunden ist. D-A-D immerhin sind jetzt wieder aufgetaucht, in Deutschland, und zwar mit einem neuen Album. In der Heimat ist das direkt auf Eins gegangen und hat dort dreimal so viel verkauft, wie die Nummer zwei. „Monster Philosophy“ haben sie es genannt und damit so gar keinen Hinweis darauf abgegeben, worum es auf dem Album geht. Obwohl, es ist ungewohnt düster geraten für dänische Verhältnisse. „Too Deep For Me“, „Milk & Honey“, „Beautiful Together“ sind alles andere als fröhlich, „Nightstalker“ hat mit Micky wenig zu tun und der Titel „Chainsaw“ lässt recht tief blicken, um was es im Song geht. Dass „Monster P“ trotzdem ein typisches D-A-D Opus ist, liegt daran, dass man Jacob (g) und Jesper (voc) Binzer mit ihren spezifischen Trademarks unter 1000 Mitbewerbern problemlos raushören würde. Und für zwei Verse in „You won´t change“ muss man vor Texter Stig Pedersen sogar den Hut ziehen:

„We both have eyes
And both can see
That there´s no „win“
In „victory““

heisst es da.

Schön, oder?

Hörproben gibt es auf der Seite ihrer deutschen Plattenfirma und als Video in unserem Player.

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