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Weihnachtslyrik und so
Dezember 30, 2008, 1:44 pm
Filed under: Anmerkungen, Musik | Schlagwörter: , ,

Good-Bye Madonna-Jahr!

Ich kann nicht mehr sagen, bei welcher Gelegenheit mich Kerstin Grether einst fragte, ob ich nicht einen Beitrag zu dem von ihr kompilierten Buch „Madonna und wir“, das jüngst im Suhrkamp Verlag erschien, beisteuern möchte, vielleicht war es bei der Präsentation ihres letzten Buches im NBI, bei der ich gemeinsam mit ihr aus dem Buch las und zwei Songs mit der Gitarre zum Besten gab. Der Beitrag zu Madonna sollte auf jeden Fall etwas ‚poppiges‘ sein, vielleicht in Korrespondenz mit Pop-Protagonisten aus meinem persönlichen Umfeld oder ähnliches. Ich tat, wie mir aufgetragen und verfasste die folgenden Zeilen – angelehnt an archaische Schreibformen der Selbsterfahrungsliteratur, angelehnt an das eigene Schreiben. Irgendwann traf ich zufällig die andere Hälfte des in der aktuellen Ausgabe der Berliner Tageszeitung TIP als „Pop-Hobbits“ bezeichneten und auf Platz 43 der Liste der peinlichsten Berliner geführten Geschwisterpaares, die mir en passant mitteilte, dass mein Text ‚leider‘ nicht in dem Band berücksichtigt werden konnte. Insofern kann ich mit Platz 45 in eben erwähnter Liste ganz gut leben. Meinen Beitrag zum Madonna-Jahr möchte ich dem interessierten Leser jedoch nicht vorenthalten.

Cut-Up Madonna, 2008

 

Das Plattencover, eine

Frau in Spitze, eine Junge

mit Ständer, das war

in den Achtzigern, mehr

war da nicht, mehr wurde

es nicht, aber es war

irgendwie immer da…

“An alle mit musik

bezug: suhrkamp

bzw. grether

will text zu

madonna und

das wird ein

cut-up, also schick

ne sms und

sag was zu

madonna. Sms

kosten werden

übernommen,

nehme ich

an“

Erste Antwort, eine Stunde später,

            Robert, singt bei Gary

„Madonna. karneval

2000, köln. Sie singt i

am the american dream,

non stop. ich bin bei

irgendjemanden

auf dem küchenboden

eingeschlafen.

dann drei tage geblieben.

karneval war

für mich danach

erledigt. madonna

auch.“

Zweite Antwort, zwei Stunden später,

            Salvatore Vanasco, Kunst-Prof

„Die madonna ist

katholisch und auch

nicht besonders geschickt.

Sie reagiert, verdichtet

und verdampft. die

penetranz ist marktsicher.

wir essen was wir

denken. heilig sei

das ichkonstrukt.

Cloudsourcing als

meinung zu

meinungen ist also

die mechanik für

aggregation, analyse

und konzentration des

outputs. Give a

thousand eyes

my picture, das ist

die bedienung von

sehnsüchten als

rollenmodell der

reaktionäre. Bybye“

Dritte Antwort, acht Stunden später,

Nilzenburger, Blogger

“Das schlimme an madonna

war schon immer ihr

öffentliches vergreisen

und die spitztütenbhhs.

nach material

girl gings bergab.“

Vierte Antwort, zehn Stunden später,

            Marlene, früher mal Girl-Group-Star

„In bed with madonna

war einer der

wenigen dinge die

madonna gemacht

hat, die ich toll fand!

Als ich damals diese

tour doku sah

dachte ich – hey so

wirst du auch

mal-! Doch jetzt

mit 32j. Schau ich

zurück und

bemerke madonna

und ich könnten

nicht

unterschiedlicher sein…

Who ist he queen-

she ist he queen!

Lg marlene“

Fünfte Antwort, zwölf Stunden später,

            Stephan, Musiker

„Ich hatte gehofft

du schreibst mal

endlich ein

neues stück

und nicht so einen

quatsch. Who

the fuck is

eigentlich

madonna?“

 

(JF)

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