Faceyourmagazine's Blog


Zeitenwende

Avantgarde der Skateboarder

skateboard

Unter dieser Überschrift gab es in der Süddeutschen Zeitung zuletzt einen Artikel zu lesen, der sich mit dem Wandel der amerikanischen Suburbs beschäftigte und, wahrscheinlich nur um die die fresh-klingende Headline zu erklären, unter anderem auch davon berichtete, wie sich Skateboarder die Pools leer stehender Villen nutzbar machen und so der Verbreitung des West Nile Virus entgegenwirken. Ansonsten spielte die Avantgarde der Skateboarder in diesem Beitrag keine Rolle. Doch irgendwie hat sich die Coolness einer Generation, für die der urbane Spielplatz stets Transit und Traum zugleich darstellte, gesellschaftlich und kulturell längst etabliert und die Avantgarde ist schon vor geraumer Zeit angekommen, nicht nur in den Suburbs, auf der Suche nach leerstehenden Pools.

 

Der rauschende Blätterwald

skopje

Was liest dieser Mann? Vielleicht ein neues Magazin im Stile von Missy, Blonde oder Alley Cat? Wohl kaum, Männer sind hier als Zielgruppe zwar erwünscht, aber nicht erklärt. Vielleicht liest er ja das als politisch gedachte Meinungsmedium Freitag oder die handlichen Ausgaben von Welt Kompakt oder Frankfurter Rundschau. Wer weiß. Vielleicht hat dieser Mann mit all dem auch überhaupt nichts zu tun und sucht in seiner täglichen Lektüre schon lange einfach nur Anzeichen dafür, dass die Krisen nicht schlimmer werden, dass es endlich dauerhaften Frieden oder wenigstens wieder Stellenangebote gibt. So wird es sein. In Skopje ist man noch weit weg von anbiedernder Pop- und Verdrängungskultur. 

Da war doch was?

kfc

Zuletzt hat das, was sich da in China gelegentlich repräsentativ voll versammelt, ein Hilfspaket in Höhe von 400 Milliarden Euro beschlossen, um die Wirtschaft, vornehmlich die eigene, zu sichern und zu stabilisieren. Es scheint, als wäre der Global Player China endgültig im Kreis derer, die nicht nur das eigene System kontrollieren, angekommen, auch wenn man nicht weiß, was man davon halten soll, wenn all die Probleme, die uns moralisch noch mehr bewegen, hinter dem Mantel der weltweit kooperierenden Systemerhaltung versteckt werden. Alles für den Markt. Wenig für die Menschen. Nicht nur in China so.

 

Hey Staat, Hey Staat, Hey Staat!

hey-staat

Wer beschützt hier wen? Und warum? Und wer kann sich überhaupt dazu motivieren ohne das Gefühl zu haben, allein auf weiter Flur zu sein? Was ist Sicherheit und wer kann heute Sicherheit garantieren? Wer hat die richtige Sprache für die richtigen Fragen? Hey Staat, was bist du? Wer bist du?

 

Brachland

brach

In Berlin gibt es wieder Platz. Mitten in der Stadt. Sozusagen an ‚historischer’ Stelle. Und plötzlich ergeben sich ganz neue Perspektiven, der Blick wird frei, neue Ein- und Überblicke gewährt. Und es scheint fast so, als würde diese Freifläche atmen, tief und anhaltend, still und zufrieden. Eine Momentaufnahme. Ein Gedanke. Schon 1966 schrieb Alexander Mitscherlich: „Die gestaltete Stadt kann „Heimat“ werden, die bloß agglomerierte nicht, denn Heimat verlangt Markierungen der Identität eines Ortes.“ Einatmen. Ausatmen.

 

Partybunker vs. Schießstand

pannebar

Tobias Rapp hat wohl mal vor einiger Zeit in der taz den Begriff des „Pornpop“ geprägt, eine Wortschöpfung die so unmittelbar im Pop verhaftet blieb, dass die Aussage, dass der Pornographie keine Subversionskonzepte zu Grunde liegen und sie im Herzen des Pop-Mainstream stattfindet, tatsächlich bis heute keine wesentliche Rolle mehr im Denken einer Generation gespielt hat. Doch um ‚Pop’ und ‚Pornographie’ im weitesten Sinne, geht es auch in Tobias Rapp Buch-Hommage „Lost and Sound – Berlin, Techno und der Easyjetset“, eine etwas unmotivierte Textsammlung, die versucht den Berliner Party-Kosmos um Clubs wie Berghain, Weekend und Bar25 zu be- bzw. zu umschreiben. Doch die Wahrheit ist weniger auf Vinyl  als in Pillenform gepresst und jede noch so schöne persönliche Annährung verliert sich in den Restrealitäten einer Bewegung, die sich schon längst dafür entschieden hat, das eigene Leben und Erleben vor die Bedürfnisse und Nöte einer Zivilisationsgemeinschaft zu stellen.  

 

Titelstory BLANK Printausgabe April 09 (JF)

Fotos: Tobias Blersch, Johannes Finke, Matthias David, Lucja Romanowska

 

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