Faceyourmagazine's Blog


Gedanken über vereiste Bürgersteige, Peymann, Generation Ficken 2.0 und Roadkills
Februar 12, 2010, 8:17 pm
Filed under: Anmerkungen, Literatur, Theater | Schlagwörter: , , ,

Das Salz ist alle und die Straßen und Bürgersteige der Hauptstadt sind scheiße. Ein schwerwiegendes Problem Alte Menschen bleiben zu Hause oder brechen sich die Hüfte. Junge Menschen prellen sich die Coolness. Jungegebliebene verlieren ihren Stolz. Der krisenerfahrene Theaterintendant und Querdenker Peymann fordert im Angesicht dieses Notstandes sogar die Zwangsmobilisierung von Hartz-IV-Empfängern zum Eis hacken. Oder war es die Bundeswehr? Es geht doch immerhin um einen Notstand: Das Eis will verdammt nochmal nicht schmelzen. Zumindest nicht hier. Bei uns. Hier in Berlin. Woanders sieht das natürlich anders aus. Da ringen Pinguin und Eisbär um jede Scholle, die da in unendlicher Meeresweite treibt. Hier in Berlin dagegen ist Eis böse. Furchtbar böse. Das findet nicht nur Peymann, der alte Styler.

Erst waren es die High-Heels-verhafteten Gäste und Protagonisten der Fashion-Week, die mit diesen unwürdigen Zuständen zu kämpfen hatten und sich in ihren Tweets und Rocks, ich meinte Blogs, darüber beklagten; jetzt sind es Filmschaffende, Filmliebhaber und Fans, denn auch die Berlinale gibt sich in ihrem Jubiläumsjahr recht winterlich. Doch äußere Umstände sind ja bekanntlich außen vor, wenn es um das innere Wohlbefinden geht, um das Gleichgewicht. Wer im Partyrausch der Partyhauptstadt und Angesichts des von der glitzernden Filmbranche demonstrierten Glamours dennoch völlig durchdrehen, sich die Klamotten vom Leib reißen oder sich in den Arsch ficken lassen möchte kann dies im verschneiten Berlin dieser Tage natürlich auch. Vorausgesetzt das Berghain wird nicht doch noch spontan geräumt und geschlossen. Oder musealisiert. Wer weiß wie die Oberen auf die fortschreitende Verrohung unserer Jugend und die sich breit machende Hoffnungslosigkeit ihres Wesen reagieren und das intellektuelle Umgehen von Gesetzen zum Schutze der selbigen dulden. Eine Generation als Roadkill. Na Spitze!

Vielleicht gib es zur nächstjährigen Berlinale ja den Film zur Katastrophe: zwei verbrüderte, als Theater- oder Werbe-Hipster getarnte Crack- und Ketamin-Junkies besteigen in einer tödlich-kalten Nacht im Januar Zweitausendzehn den vereisten und als-nicht-bezwingbar geltenden Prenzlauer Berg. Einer stirbt auf dem Weg unter mysteriösen Umständen den Kältetod. Der andere schafft es zurück nach Mitte und schreibt darüber ein Buch, das von Bernd Eichinger entdeckt, noch mal geschrieben und verfilmt wird. Die Moral von der Geschichte gibt es zur Zeit bereits im Kino zu bewundern. Der Film heißt „Zeiten ändern Dich“ und die Moral von der Geschichte habe ich jetzt doch vergessen. Dabei war das irgendwas, was man sich gut merken konnte. Ich glaube irgendwas mit ‚Ficken’. Oder habe ich da jetzt was verwechselt?

(EB)

Advertisements

Schreibe einen Kommentar so far
Hinterlasse einen Kommentar



Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s



%d Bloggern gefällt das: