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Frankophone: Vanessa Paradis & Stacey Kent
Februar 28, 2010, 9:13 pm
Filed under: Musik | Schlagwörter: , , , ,

Es gibt Dinge, die mag man oder mag man eben nicht. Man kann sich das ja auch nicht wirklich aussuchen. Frankreich ist so ein Ding. Französisch ist so eine Sprache. Wenn man es mag, glaubt man das hinge damit zusammen es verstanden zu haben, einen bestimmten Wesenszug in sich wiedergefunden und vielleicht sogar wiedererweckt zu haben. Und ich meine hier nicht den frankophonen Französisch-Lehrer aus Schulzeiten, irgendwo verhaftet zwischen Barett und Baguette und stets auf billige französiche Landweine schwörend. Nein, es geht um das Innenleben einer zarten Seele von Nation, in der sie Frösche fressen, versuchen Rugby zu spielen und Atolle atomar verseuchen. Aber wenn es nur so einfach wäre.

Vanessa Paradis war ein Kinderstar, als sie mit 14 ihren ersten großen Hit „Joe le Taxi“ landete. Ein Klassiker. Und Bis heute umgibt die schöne und sich rar machende Schauspielerin, Sängerin und Mutter, die mit der Zahnlücke, ein geheimnisvoller Hauch von Unnahrbarkeit und Raffinesse. Jetzt erscheint eine „Best Of“-Scheibe, auf der die mittlerweile 23-jährige Karriere der Sängerin Paradis gebündelt wurde, natürlich nicht ohne diverser unveröffentlichter Songs und Akustikversionen. Aber es gibt Dinge, die mag man oder mag man eben nicht und das trifft wahrscheinlich auch auf diese teils bittersüss gehauchten und gesäuselten Songs zu, die sich zeitlos zwischen Chanson, Pop und Jazz bewegen, stets beschämend stilsicher, und ihren Teil dazu beigetragen haben, dass Vanessa Paradis nicht nur eine Ikone Frankreichs, sondern auch eine der jungen Geschichte der Popkultur ist, deren Charme sich auch Johnny Depp bis heute nicht entziehen kann.

Stimmlich weiter vorne und weit weg vom Boulevard der bedeutungsloser Oberfläche und rührseliger Zerbrechlichkeit bewegt sich natürlich Stacey Kent. Die Amerikanerin kam einst nach Europa um Sprachen zu studieren. Deutsch war darunter. Aber auch französisch. Und das  mit dem Französischen wurde so etwas wie Liebe. Anders lässt sich ihr neues Album „Raconte-moi…“ nicht erklären. Songs von Georges Moustaki („Les eaux de Mars“), Henri Salvador („Jardin d’hiver“) und Patrick Bruel („Raconte-mai“) verleiht sie mit ihrer Interpretation eine ganz neue und eigene Eleganz, einen neuen Glanz, und das alles in vornehmer Zurückhaltung.  (EB)

Vanessa Paradis „Best Of“, Universal

Stacey Kent „Raconte-moi…“, Blue Note/ EMI

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