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Die Teilung Deutschlands war schlimm. „Die Grenze“ ist schlimmer.
März 15, 2010, 1:23 pm
Filed under: Film/TV/YouTube und Co. | Schlagwörter: , ,


„Die Grenze“ ist eine dieser Produktionen, bei denen man ab einem gewissen Punkt eigentlich gar nicht mehr hinsehen möchte und dieser Punkt ist leider sehr schnell erreicht. Doch die vermeintliche ‚Größe‘ von Plot und Anspruch sorgen dafür, dass man sich das 186 Minuten lange TV-Spektakel bis zum bitteren Ende zu Gemüte führt, denn wenn man schon allein in Anbetracht von Katja Riemann in der Rolle einer deutschen Kanzlerin zwischen Hillary Clinton und Ursula von der Leyen sich damit anfreundet, keine schauspielerischen Höhenflüge erwarten zu dürfen, so rechnet man in Anbetracht der jüngeren und jüngsten deutschen Geschichte und des bedeutungsschwangeren Titels zumindest mit etwas Rafinesse. Leider erwartet man da zu viel, denn dieses Epos ist flach und schlecht und in seiner Altbacken- und Klischeebesessenheit ein fast schon gefährlich populistisch anmutendes Lehrstück für die Loslösung politischer Verantwortung einer Clique an Medienschaffenden. Man fragt sich ersnthaft, wer hier wen für dumm verkauft: Sat1 seine Zuschauer, die Produzenten den Sender und die Medienförderanstalten oder gar alle sich gegenseitig.
Zumindest hat man sich noch zusätzliche, periphere Features ausgedacht, so kann man auf http://www.die-grenze.de sich dem Polt-O-Meter stellen („Teste wo Du stehst“) oder an einer Umfrage teilnehmen, die mit Fragen aufwartet wie „Würdest Du einen Freund verraten um Deine Familie zu retten?“ oder „Was wäre wenn radikale Randalierer Dein Auto in Brand stecken würden?“. Entweder das ist eine vorbeugend-entschuldigende Maßnahme oder die Bundeszentrale für politische Bildung steckt dahinter. Beides keine prickelnde und Mut machende Vorstellung. Aber das Volk soll bitteschön entscheiden. Oder war es die Quote? (EB)

„Die Grenze“, Event-Zweiteiler bei Sat1, Teil 1&2 am 15. und 16. März

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