Faceyourmagazine's Blog


10 mit Cris Alexis

Die obersten zehn Promos vom vorsortierten Haufen nehmen, den neuen und neuesten Scheiss, und in den Zug Richtung Esslingen bei Stuttgart steigen. Dort treffe ich Cris Alexis, der zur Zeit seine ersten Ausstellungen für den Herbst in Barcelona und Berlin vorbereitet, also Farbe auf Leinwand knallt beziehungsweise auf gelbe Säcke und Styroportafeln. Puppen macht er jetzt übrigens auch noch. Zwischen viel Farbe, umgeben von Dämonen und Fratzen die von Leinwänden starren, unter einer im Raum hängenden Puppe im Bondage-Look und bei gefühlten vierzig Grad legen wir irgendwann die CDs ein. Eine nach der anderen. Die Presseinfos legen wir zur Seite. Auf einer sollte später ein Gedicht enstehen, ein kryptischer Verweis auf Rauch- und rauschgeschwängerte Album-Analysen und auf die Frage wie das in die Welt passt. Das Setting stimmt, also Cris, was hälst du davon?

1.
Smooth „The Parade“
Das ist feines Sampling. Die besten Beats gibt es schon lange nicht mehr im HipHop. Erinnert an frühe 90-er BigBeat-Sachen, wie ein Update auf Leonard Cohen. Aber da steckt alles drin, hipper Shit wie Mando Diao, aber auch die Gorillaz hätten mal so einen Song machen können bzw. eigentlich machen sollen, denn diese Scheibe von Smooth ist großartig.

2.
Féloche „la vie cajun“ (Ya Basta!)
Extrem hohes Niveau diese Produktion. Auch hier muss man sagen, dass die besten HipHop-Beats mittlerweile nicht mehr im HipHop passieren. Ein französischer Beck, auch wenn mich die Gesangsperformance nicht hundertprozentig überzeugt, da geht noch mehr. Da fehlt ein bisschen der rote Faden, die Vocals schwingen manchmal so beliebig mit. Natürlich ist das ganze auch ein Chanson-Hipster-Eelektro-Clash.

3.
Kat Frankie „The Dance Of A Stranger Heart“ (Zellephan)
Drei Songs und raus. Dann lieber Alev Lenz.

4.
Herrenmagazin „Das wird alles einmal dir gehören“ (Motor)
Ich weiss, dass man auch so hätte sozialisiert werden können, dass man so was mag. Ich finde das sehr deutsch. Ich glaube sowieso, dass es so typisch deutsche Musik gibt, Tocotronic, Tomte und wahrscheinlich auch Herrenmagazin. Aber ich bin weniger mit Gitarrenmusik groß geworden. Bei mir waren die Weichensteller RZA, DJ Shadow, DJ Vadim oder in Städten gesprochen: Marseille und NY, so 94, 95.

5.
The Pharmacy „Weekend“ (Seayou)
Richtig gut. Gesang dilletantiert in Richtung Pete Doherty, die Musik zuweilen auch. Krachige Produktion, sehr retro, aber modern. Eine richtig gute Scheibe, anachronistisch. So wie Vampyr Weekend. Nur genau anders. Wie die zwei Seiten der Beatles. The Pharmacy sind mehr so die Wall Of Sound.

6.
PVT “Church With No Magic” (Warp)
(Hilfloses Achselzucken) Rick Rubin meets „99 Problems“, 80er-Retro-Wave. Erinnert mich an Suicide. Aber nicht vergleichbar, das war viel innovativer. (Skipt durch). Oh Gott, jetzt ist alles anders, stressiger, trashiger Elektro-Noise mit ein bisschen Industrial a la Nine Inch Nails. Viel Ambient. Viel Atmosphäre. Eher die Kunstabteilung. Will stören, aber stört nicht genug.

7.
Andreya Triana „Lost Where I Belong“ (Ninja Tune/ Rough Trade)
Soul-Jazz, aber warten wir mal was da noch kommt. Oh, das ist so voll der Lauryn Hill „Misseducation“-Vibe. Ist eine nette Pathos-Geschichte, aber ein bisschen zu nett. Kein richtiger Tiefgang. Für einmal hören ganz schön. Mehr nicht.

8.
Who Knew „Bits and Pieces Of A Major Spectacle“ (Devil Duck)
Besser als Empire Of the Sun, schlechter als MGMT. Auf jeden Fall rockiger als die beiden erwähnten. Man kann auf jeden Fall nicht sagen, dass das eine Scheiß-Produktion ist.

9.
Teenagers In Tokyo „Sacrifice“ (Backyard/ Ada Global)
Pressefoto sagt mir sofort zu, auch wenn der einzige Typ drauf stört. Die Mädels sehen fast Casting-like aus: Asiatisch, indisch, eurasisch. Der Opener ist super, lebt von der simplen Bassline. Dann wird’s schwächer.

10.
Fallulah „The Black Cat Neighbourhood“ (RCA/ Sony)
Für Fans von Roisin Murphy, aber weniger elektronisch, dafür mehr in Richtung MTV-Shit das Ganze. Läuft aber auch auf Motor FM. Musikalische Weltklasse im Vergleich zu Lady Gaga. Stichwort Paloma Face, M.I.A. light.

Die 5 zuletzt gehörten Songs auf dem Ipod von Cris Alexis:
George Jackson „Aretha, Sing One For Me“
Jae Mason “Little Girl”
Ghostface „The Sun“ (Bootleg Version)
Screamin’ Jay Hawkins “Put A Spell You”
Baja “Xastlotk”

Mehr über Cris Alexis und seine Ausstellungen demnächst auf http://www.blank-magazin.de
(T&B: EB)

Advertisements

Schreibe einen Kommentar so far
Hinterlasse einen Kommentar



Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s



%d Bloggern gefällt das: