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Nie waren sich Mensch und Tier so nah und doch so weit voneinander entfernt. Zum Tod von Eisbär Knut.
März 21, 2011, 12:00 pm
Filed under: Anmerkungen | Schlagwörter: , ,

Aus irgendeinem Grund wurde dieser Eisbär zu einem Symbol für den Klimawandel. Warum auch nicht. Ein seiner in jeglicher Hinsicht natürlichen Umgebung beraubter kleiner tapsiger Bursche, dessen einziger Freund ein Tierpfleger war, in dessen melancholischen Wesen sich stets Unbehagen und Liebe zugleich wiederspiegelten. Speziell Kinder erkannten darin etwas erhabenes. Selten wurde der Weltöffentlichkeit so deutlich gezeigt, wie sehr Mensch und Tier sich auf dieser Welt bedingen und wie schwer die Verantwortung dabei auf des Menschen Schultern lastet. Am Samstag gegen 15 Uhr stürzte Knut nach einem kurzen Eisbärleben von vier Jahren während eines Anfalls ins große Becken seines Geheges und ging unter. Einfach so. Vielleicht lernen wir daraus, dass die Natur öfters mal einfach so etwas geschehen, einen Eisbären zu früh sterben, die Erde in Japan unvermittelt stark wie nie zuvor beben lässt. Da kann man manchmal einfach nichts mehr machen.
Der nach dem zu Knuts Tod gesendete Beitrag beim RTL Mittagsmagazin wurde dann auch wieder so anmoderiert, als wäre die Welt nun tatsächlich aus den Fugen geraten: „Muss eine dreijährige Lippgloss auflegen und Designerklamotten tragen?“. Vielleicht wäre es sinnvoller Dreijährigen in Zukunft auch diese Geschichte zu erzählen: „Es war einmal ein kleiner Eisbär namens Knut…“. (JF)

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