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Liebe Menschen in Baden-Württemberg, nach 58 Jahren wird es mal Zeit das Häusle zu renovieren. Ein neues kann sich ja zur Zeit keiner leisten.
März 25, 2011, 7:02 pm
Filed under: politik | Schlagwörter: , , , , , , ,

Ich mag Boris Palmer nicht. Unangenehmer Schwabenseckel. Besserwisser. Schlaumeier. Jeder hatte so einen in der Klasse und, um Claudia Pechstein zu zitieren, damals wollte die Faust schon ins Gesicht. Da muss man ehrlich zu und mit sich selbst sein. Vor Jahren, es ging um die bevorstehende OB-Wahl in Stuttgart, stand Palmer plötzlich bei einer Lesung vom Lautsprecherverlag im Schocken und verteilte Wahlkampfbroschüren. Geht eigentlich gar nicht. Also Rausschmiss. Fragen hätte man schon können. Man kann nicht wie selbstverständlich davon ausgehen, dass Jungliteraten und Indievolk grüne Wahlkampfpropaganda immer und an jedem Ort cool finden. Mit Cem Özedemir verhält es sich bei mir übrigens ähnlich. Und auch wenn Nils Schmid, der sozialdemokratische Spitzenkandidat zur am Sonntag stattfindenen Landtagswahl in Baden-Württemberg, nicht unbedingt aussieht, als hätte er sein Leben lang verstrahlte Pilze gefressen, so hat er mit den bereits erwähnten Spitzenkräften der Grünen zumindest gemein, dass alle drei im Anzug wirken wie ein Schluck Wasser in der Kurve. Politiknerds par exellence. Doch zum Glück geht es nicht um persönliche Abneigungen und Befindlichkeiten, sondern um eine tatsächliche Chance zur Wiederbelebung politischer Auseinandersetzungen in Baden-Württemberg und ein bodenständiger, grüner Realo wie Windfried Kretschmann wäre als neuer Ministerpräsident genau das richtige Schmiermittel in diesem Prozess. Weiter sollte man nicht gehen. Jede Stimme für Die Linke ist dabei eine verlorene. Parteivorsitzender Klaus Ernst fährt zwar Porsche, doch mehr Gemeinsamkeiten zwischen Ländle und Linke gibt es eigentlich nicht. Überflüssig zu erwähnen, dass Die Linke hier nicht gleichgestellt werden soll mit der politischen Richtungsbegrifflichkeit links. Davon haben wir uns verabschiedet. Links ist ganz weit weg vom Alltag politischer Befindlichkeiten und Realitäten. Also bleibt erstmal die Chance den sich seit 58 Jahren ausbreitenden Sumpf an christdemokratischen Machtstrukturen zu durchbrechen und, ehrlich gesagt, nichts wäre schöner, als wenn jene, die tatsächlich Macht im Ländle haben, sich mit so Knallchargen wie Palmer, Özdemir und Schmid herumschlagen müssten. Das haben beide Seiten verdient. Und ein Herr Kretschmann als Ministerpräsident wird aus seiner kurzen Praxis als Lehrer und seiner langen politischen Laufbahn schon wissen, wie man mit solchen Strebern umgeht. Also wäre es schön, wenn Baden-Württemberg diese Chance auf Bereinigung wahr nimmt und grün wählt. Nicht dass die Welt sich dann verändert, aber für Baden-Württemberg wäre es vielleicht der Beginn einer neuen politischen Streit- und Leitkultur. Und das wäre ja mal ein Anfang.

(JF)

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