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SKRILLEX- der Emo des DubStep oder der King des BroStep
Februar 26, 2012, 12:57 pm
Filed under: Musik, vor ort | Schlagwörter: , ,

Nun war es am Freitag soweit. Das zur Zeit viel diskutierte und kritisierte Phänomen Skrillex durfte Live begutachtet werden. In diesem Fall in der Berliner Columbiahalle.

DubStep überschwemmt ja akut die Berliner Clubszene. Find ich persönlich in Ordnung. Besser als dieses nichtssagende Minimal-Gedöns. Auseinandergesetzt hab ich mich mit dem Genre nicht- aber ich musste feststellen, dass jedes Mal, wenn im Club DubStep erklang, ich abgegangen bin wie die Luzy. Ich musste aber auch feststellen, dass es sich bei Skrillex nicht um DubStep, sondern um sogenannten BROStep handelt. Irritierend. Angeblich entstand dieses SubGenre im Zuge der legendären Verbindungsfeiern amerikanischer Studenten. So klingt die Mucke dann auch.

Ich bin da wirklich zwiegespalten, was den Abend betrifft. Einerseits sind die mir als DubStep bekannten Einlagen echt gut. Das rummst, das geht ab. Das musikalische Repertoire von Skrillex kann sich auch sehen lassen. Zwar waren musikalische Segmente zu erkennen, aber diese rangierten irgendwo zwischen Rock, Reggae, HipHop (zwischenzeitlich sogar Juice von Notoriuos BIG) und Trance….Ja, richtig gehört, Trance!

Eher nervig. Ungeduldig fieberte ich dem Einsatz des mir ersehnten DubStep-Sounds mit Bass, ohne gipfelhochgepitschte Stimmen, entgegen. Trance geht nämlich garnicht. Aber mir scheint, als ob genau das den Unterschied zwischen Bro- Und DubStep darstellt. Brostep hat was für betrunkene Studenten. So cool ich den Einsatz von Juice fand, so abgedroschen ist der Song mittlerweile. Und auch die Trance-Parts scheinen mir als Einladung an betrunkene Studenten zum mitgrölen. Abgesehen davon, sagt Wikipedia, liegt der Unterschied wohl auch in der Betonung der Mittelton-Frequenz statt des Sub-Basses.

Nun rede ich hier die ganze Zeit von Studenten. Liegt wohl an der angeblichen Entstehungsgeschichte. Aber: anscheinend liegen amerikanische Studenten Musikentwicklungstechnisch irgendwo zwischen 10-15 Jahre alten, europäischen (deutschen) Jugendlichen und 40-jährigen Alt-Ravern… Alles dazwischen war eher marginal im Publikum vertreten. Ist nicht schlimm, eher ab und zu verstörend, wenn einem ein verbimmelter, verschwitzter Junge im Alter meines Neffen entgegentritt. Trotzdem energetische Show, Musik auch vielfältig, Bühnendeko ein bißchen GroßraumRaveMäßig, aber trotzdem optisch irgendwie ansprechend. Von Skrillex Erscheinung wollen wir garnicht erst anfangen.

Alles in allem, um mal an die derzeit herrschenden Diskussionen anzuknüpfen, sehenswert. Ich versteh die Kritik nicht. Natürlich gefällts nicht jedem. Und wenn DubStep-Hörer es nicht mögen, dann sollten sie es wohl nicht hören. Ich hör ja auch nicht den ganzen Tag Lady Gaga, um dann unentwegt zu fluchen, wie kacke die Mucke is. Die Leute vor Ort schienen Riesenspaß zu haben. Eventuell war der Abend keine 30€ wert… aber ’ne laute, lustige Party war er alle mal!

(YB)


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