Faceyourmagazine's Blog


Birdy Nam Nam
April 11, 2012, 7:50 am
Filed under: Musik, vor ort | Schlagwörter: , ,

Das französische DJ Quartett „Birdy Nam Nam“ gab sich am Freitag die Ehre im Gretchen…und zwar noch an echten Turntables – gelobt sei das Klammern an Relikte!

Erstmal ein wenig Wikipedia-Wissen: der Name des Quartetts, bestehend aus Crazy-B, DJ Pone, DJ Need, und Little Mike, ist angelehnt an ein Zitat aus Peter Sellers Film „der Partyschreck“. So, nachdem die Formalia nun quasi abgehakt sind, kann es ja losgehen mit dem Resümee des Abends.

Zu DJ-Performances hab ich ja ein eher gespaltenes Verhältnis. Es erscheint des Öfteren als spontanes rumexperimentieren im heimischen Wohnzimmer in der Hoffnung, das Publikum irgendwie von den selbstverständlich jenseits der Fähigkeiten anderer DJ´s liegenden Fingerakrobatik zu überzeugen. Wie sagt man im Internetjargon so gern…Fail! Das Übung prinzipiell löblich und notwendig ist, steht außer Frage. Aber wenn ich beispielsweise ein Sportevent besuche, würde ich mich ja auch freuen, wenn der Athlet, das Training eben schon VOR dem Wettkampf absolviert hätte. Nichts gegen das beobachten von Fortschritten, aber meine Priorität eines Abends im Club liegt woanders. Birdy Nam Nam haben geübt und zwar ordentlich. Die Crew hat bereits ca 4 Jahre vor dem Erscheinen ihres gleichnamigen Debütalbums den DMC Technics World TEAM Preis gewonnen. Nicht die letzte Auszeichnung, die sie erhalten sollen. Zudem treten sie nicht nur in Clubs auf, sie zeichnen sich beispielsweise als Urheber eines Soundtracks zu einem französischen Theaterstück aus.

Den Auftritt im Gretchen, das nebenbei bemerkt durch durchaus ansprechende LineUps besticht( man erinnere sich an BeardyMan und Aeroplane), habe ich leider großteilig verpasst. Leider deshalb, weil die 4 es tatsächlich geschafft haben, trotz jeder Verspätung eines leicht krankheitsgezeichneten Körpers eben diesen zum Schwingen zu bringen. Schwer zu verorten, wer von ihnen für welche Ebene des mich umschmeichelnden Klangteppichs verantwortlich war, aber eines ist sicher: jeder hatte seinen Part, man konnte sie hören, heraushören, separieren und trotzdem(oder gerade deshalb) fügten sie sich wunderbar zu einem funktionierenden Ganzen zusammen. Unerhört gut. Sie selbst sagen, sie wollen ihre Plattenteller wie Instrumente benutzen. Wenn dem so ist, kann man also sagen, man habe einer Band bei einer wirklich gelungenen Jamsession beiwohnen dürfen- nur eben an Turntables. Das sowas in der Art funktionieren kann, muss wohl daran liegen, dass man sich eine Weile kennt und laut Selbstauskunft viel Zeit miteinander verbringt – auch abseits des musikalischen Schaffens. Damit sich niemand genötigt fühlt, einzig meiner krankheitsdelliriumgeprägten Wahrnehmung zu trauen: Meine Begleitung bezeichnete Birdy Nam Nams Musik, die ich selbst nichtmal wage in ein Genre einzuordnen, als „exzessivste Nutzung von Schallwellen“. Kann man eigentlich so stehen lassen… (YB)


Schreibe einen Kommentar so far
Hinterlasse einen Kommentar



Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s



%d Bloggern gefällt das: