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Berliner Schachbox-Meisterschaft 2012
August 9, 2012, 8:30 am
Filed under: Kunst, Musik, Sport, Taktik, vor ort | Schlagwörter: , , , , ,

„Gekämpft wird im Ring und Kriege führt man auf dem Brett“

Ein kurioses Phänomen, wenn man Menschen sagt, man gehe sich einen ChessBox-Kampf angucken: verdutzte Gesichter und die Frage „WOHIN gehst du?“. Was zunächst als abwegigste Kombination seit es Senfpralinen gibt erscheint, ist auf den zweiten Blick doch garnicht so abwegig: die Bedeutung der Einheit von Körper und Geist findet in diversen Meditationen, Kampfsportarten und philosophischen Strömungen thematisiert. Doch auch könnte man flappsig behaupten, dass es selbstverständlich nicht schaden kann, die grauen Zellen zu trainieren bevor/während man sie sich zerhauen lässt. Das könnte den Schaden in Grenzen halten. Was die konkrete Motivation des Einzelnen betrifft, sich am ChessBoxen zu beteiligen, darüber maße ich mir kein Urteil an- der Erfolg spricht ohnehin für sich. Seit Iepe Rubingh, seines Zeichens kreativer Kopf hinter der Painting Reality-Kunstaktion am Rosenthaler Platz, die Idee praktisch umsetzte, wurde die Sache zum Selbstläufer. Mittlerweile gibt es diverse ChessBox-Organisationen rund um den Globus.
Nach diesen Vorbetrachtungen nun zum eigentlichen Event: 3 Kämpfe gab es zu sehen. Maximal 11 Runden, 6 davon sind 4-minütige Schachrunden (jeder Kämpfer hat insgesamt 12 min für seine Züge), der Rest sind 3-minütige Boxrunden. Der Kampf konnte durch Ablauf der Zeit, K.O. oder Schachmatt entschieden werden. Stattgefunden hat das Ganze in der neueröffneten Platoon Kunsthalle. Soviel zu den Rahmendaten. Die Organisation an der Tür war eine Katastrophe: Ticket oder nicht, da wär jeder durchgekommen, der auch nur halbwegs Routine in sowas hat. Soll mich nicht stören, lediglich eine Feststellung. Die Kämpfe an sich waren unerwartet vielfältig. Der erste ging über die volle Distanz und wurde schlussendlich durch schachmatt entschieden, der zweite durch K.O in der ersten Boxrunde und der dritte musste leider abgebrochen werden. Ein Schlag auf den Kehlkopf war wohl zuviel für den Kontrahenten. Die Stimmung während der Kämpfe könnte man als ausgelassen mitfiebernd bezeichnen. Also alles in allem wirklich sehenswert. Mehr Sitzplätze wären schon angenehm gewesen, aber man ist ja zum Glück noch halbwegs fit auf den Beinen.
Zwischenzeitlich noch ein Auftritt von Transformer Di Roboter. Den jungen Mann kannte ich schon, geht ab wie die Luzy. Nicht unbedingt die Musik, die ich so höre, aber deshalb noch lange nicht schlecht- und energetisch allemal. Nur der liebe Tonmann wollte den Tag wohl nicht so recht für guten Sound sorgen. Eventuell gibt’s da eine private Fehde, anders kann man die Leistung nicht erklären. Den hätte man locker mal 11 Runden zum Verprügeln in den Ring stellen sollen… ohne Schachrunden! (YB)



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