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Just a pretty Motherfucker?!
Juni 8, 2013, 8:41 am
Filed under: Musik, vor ort | Schlagwörter: , , , , ,

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Für die, denen es noch nicht bewusst war: die literarischen Ergüsse hier sind höchst subjektiver Natur. Das bringt mit sich, dass bestimmte Einstellungen, die man so in seiner Person verankert sieht, hier durchscheinen. Mindestens deshalb wird denen, die eben diese, also meine, literarischen Ergüsse auch nur annährend aufmerksam verfolgen, vieles hier im Text nicht ganz unbekannt erscheinen. Richtig Schade ist jedoch, dass ich nicht wenige meiner negativen Ansichten im Bezug auf gelungene bzw. nicht gelungene Konzerte hier anführen muss. Ich feier seine Musik nämlich. Wieso habe ich unter anderem schon in der Ankündigung ausgeführt. Es geht ums Asap Rocky-Konzert am letzten Mittwoch im Astra Kulturhaus. Freunden und Bekannten habe ich das Statement „das Konzert war cool, aber er hat richtig gesuckt!“ entgegengebracht, was nicht zu Unrecht überraschte Gesichter und Irritation erzeugte. Also mach ich das, was ich auch bei ihnen tat: erklären, wie dieses Statement zustande kam. Hier ist sie also, die Erklärung, wieso Asap Rocky der neuzeitliche Milli Vanilli des Rap ist.
Der erste Fehler des Abends lag ganz auf meiner Seite: Erwartungshaltung…nachdem das erste Konzert cool, aber kurz war, stand natürlich, nun, da das zweite Album erschienen war, eine gewisse Vorfreude in der Erwartung eines noch cooleren, längeren Konzertes. Man muss es sich immer wieder ins Gedächtnis rufen: Erwartungshaltung ist der Tot des ungezwungenen Spaßes!
Der zweite Fehler leider auch: nachdem beim letzten Konzert meine Speicherkarte den Geist aufgab und alle Fotos verloren waren, gab diesmal der Akku noch vor dem ersten Foto den Geist auf. Ersatzakku: Fehlanzeige…langsam wird’s peinlich…
Alles, was dann folgte, entzog sich jedoch meines Handlungsspielraumes. Offizieller Beginn war 21 Uhr. Um diese Uhrzeit erzeugte aber eine endlos wirkende Schlange den Eindruck, es befände sich noch absolut niemand im Club. Die Vorband also eher den (halb-)leeren Club bespaßt. Wetter war ja auch schön, da will man natürlich, Konzert hin oder her, jeden wertvollen Lichtstrahl nutzen. Die Erfahrung zeigt: es könnte der letzte für Tage, ja Wochen sein. Eventuell ist es daher gar nicht Rocky selbst zuzuschreiben, dass er die zweifelhafte Tradition sein Publikum warten zu lassen wiederbelebte. Tatsächlicher Beginn also: ca. 22.30Uhr. Das Publikum lag in diesem Fall optisch wirklich stark in der Kategorie Hipster. Die bei mir auf Verwunderung gestoßenen Gerüchte, es handle sich um Hipster-Rap scheinen sich somit zu bewahrheiten. Sei´s drum. Darum geht’s ja nicht.
Zurück zum Konzert-Wenn denn die Verzögerung des Beginns noch der Sonnengier des Publikums zugeschrieben werden könnte, so fängt spätestens jetzt Asap Rockys steiler Abstieg an. Was war da los??? Zu High? Keine Lust?
Man könnte bzw. müsste sich durchaus damit abfinden, dass jemand, der den exzessiven Gebrauch von Drogen so zelebriert wie Rocky, zu breit ist, um einen anständigen Auftritt hinzulegen. Soweit ich weiß, mussten sie Jimmy Hendrix vor einem Auftritt mal aus dem Koma einer Überdosis holen. Soweit ich weiß, ist er eines der Idole von Asap Rocky…evtl. ist doch darin die Begründung für die Verzögerung zu suchen. Man weiß es nicht. Fakt ist: er selbst war scheiße! Wirklich schade… Immerhin hat er T-Shirts verteilt…
Rappen mit Grills im Mund (bilde ich mir ein)…man hört das…was soll das? Wäre schon schön gewesen, in den wenigen Momenten seines Rappens eine halbwegs deutliche Aussprache genießen zu können- Normalerweise ist der Tonmann schuld an mangelnder Tonqualität…Seine Grills und die damit verbundene gestörte Aussprache war aber wie schon angedeutet nicht wirklich das Problem. Kann es auch nicht sein, wenn der Rapper einfach nicht wirklich rappt. Nochmal: was war da los???
Doch er hatte Glück und es wurde doch noch ein gutes Konzert. Das war jedoch nicht sein Verdienst. Er hatte das Glück, einfach hammer produzierte, partytaugliche Beats zu haben. Er hatte das Glück, dass das Publikum dank guter Stimmung hart abging und ihm wohlgesonnen war. Er hatte das Glück, gute Backup-MCs zu haben. Er hatte das Glück, dass Playback lief und man doch manchmal seine Stimme jenseits sinnfreier Einwürfe vernahm. Er hatte das Glück, dass sein Auftritt nicht allzu lang war und evtl ein paar Leuten entgangen ist, was grad geschah. Er hatte das Glück, dass es, dank seines Glücks und aller absolut mangelhaften Eigenleistung zum Trotz, für (hoffentlich alle) trotzdem noch ein lustiger Abend war!

(YB)

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