Faceyourmagazine's Blog


Soundgarden und Graveyard
September 16, 2013, 7:41 am
Filed under: Musik, vor ort | Schlagwörter: , , , , ,

Es ist,wie es immer ist: kaum wird das Wetter schlechter, wird man krank…Nach Wochen des Sonnenscheins ist der Körper nicht mehr gewappnet für feucht-kaltes Klima. Eine Teilschuld trifft einen meist selbst. Man will nich einsehen, dass das Wetter räudig ist und behält die Sommerklamotten an. Fehler der Sorte: schwer.
Erst recht,wenn man vorhatte, das Soundgarden-Konzert in der C-Halle zu besuchen. Zum Glück hat man Kollegen, die einem diese schwere Aufgabe dankend abnehmen. Denn es ist, wie es ist: Soundgarden spielen auch, wenn man krank ist und irgendwer muss ja hingehen. Dankbarerweise nahm er sich die Zeit eine kurze Review zu schreiben, um seine Eindrücke zu schildern.
Here we Go:

Soundgarden und Graveyard in der C-Halle
gut zwei Stunden gespielt in fast ausverkauftem Haus. Es gab wohl noch Karten, doch in Wirklichkeit war die Hütte einfach mal rappelvoll.
Publikum (30+ Fraktion) pilgerte aus ganz Deutschland zu ihren endlich wiedervereinigten (seit 2010) Grunge-Helden. Die Band um Sänger Chris Cornell stellte ihr neues Album „King Animal“ vor. Davon haben sie bestimmt acht Lieder gespielt. Klassiker aus alten Zeiten wie „Spoonman“ und „Rusty Cage“ durften natürlich nicht fehlen, nur auf „Black hole sun“ wartete man vergebens. Leider, denn viele Chris anschmachtende Mädchen warteten nur darauf.
Die Vorband Graveyard spielen in ihrem typischen Hippie-look ein mitreißendes Konzert, nur leider viel zu kurz. Super Sound und spielfreudige Jungs. Immer wieder gern!
Soundgarden allerdings haben mich nur die ersten 20 Minuten vom Hocker gehauen. Maßgeblich auch nur deshalb, weil auch das Publikum so irre mitgegangen ist. Äußerlich hat sich der Sänger zu früher kaum verändert: Wallelocken. Der Rest der Band altert mittlerweile in Würde. Doch das nur am Rande. Danach ebbte die Stimmung vor der Bühne ab. Bis zum Schluss klang alles sehr ähnlich und so kam bei mir so etwas wie Langeweile auf. Mit ein Grund wird der lästige Effekt des Halls gewesen sein, der den Gesang eher in ein Gejammer verwandelte. Sicher ist das technisch besser zu regeln. Will nicht sagen, dass die Band verstaubt ist, doch an eine Band wie Soundgarden hab ich hohe Erwartungen und so war ich schon etwas enttäuscht. Ich bin einfach nicht richtig mit ihnen warm geworden. Es war musikalisch mehr Monokultur als ein Soundgarden. Gitarren- Riffs, Schlagzeugspiel und natürlich Chris Cornells unverwechselbare Stimme sind nach wie vor richtig hammer, doch war für mich das Gesamtkonzept Soundgarden einfach nicht stimmig. Vergleichbar, wenn man sich im Kino einen Film reinzieht, dick Kohle für Eintritt und Popcorn hinblättert und sich, weil der Film eher so naja war, im Anschluss denkt: auf Kinox.to hätt ich das Gratis haben können. Mein Highlight war das Klangbrett aus verzerrter Gitarre und Bass (der ließ man echt die Hosen flattern und das Bier im Magen in die Richtung treiben wo es herkam) am Ende der Show als alle bereits von der Bühne waren und die Rückkopplung immer noch fleißig ihren Job machte. Schön Schön Schön, meine Ohren werden auf Lebenszeit an diesen abbauenden Moment zurück denken.


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