Faceyourmagazine's Blog


Bacardi feiert in Berlin 150 Jahre „Feeling“
Februar 12, 2012, 7:12 am
Filed under: Gossip, Musik, vor ort, Werbung | Schlagwörter: , , , ,

Bacardi feierte in Berlin sein 150jähriges Bestehen ganz so wie wir uns das vorstellen, mit Musik, schönen Frauen und einem gut aufgelegten Max Herre. Wir überlassen in diesem Fall die Eventkritik der kritischen, linken Popwochenzeitung Freitag und belassen es bei einer dem beigefügten Photo entsprungenen Assoziation: SOUL GLO. (EB)

Werbeanzeigen


Männerstyle und Sozialprognose – Ben Tewaag hat ein Buch geschrieben
Januar 30, 2012, 7:36 am
Filed under: Gossip, Literatur | Schlagwörter: , , , ,

Mein guter Buddy Ben hat ein Buch geschrieben. „Große Buchstaben. Liest sich einfach. Ist unterhaltsam“ verkündet er, als er mir voller Stolz und doch mit einer gespielten Beiläufigkeit ein Exemplar seines frisch aus der Druckerei angelieferten Romans „313“ überreicht. Auch wenn er sich vorstellen könnte ein weiteres Buch zu schreiben (und das ist nicht die schlechteste Idee die er in den letzten Jahren hatte), so ist „313“ zuallererst einmal kein literarisches Debüt, sondern Bens Versuch seiner selbst habhaft zu werden. Und das ist ihm mehr als gelungen.

Die stark autobiographisch-verortete Geschichte erzählt, wie der Protagonist namens Oli, ein erfolgreicher Musiker, medial begleitet seine Haftstrafe wegen Körperverletzung antritt und beschreibt den darauf folgenden Kampf gegen Vorurteile, Neid und Missgunst, den Kampf gegen den eigenen, inneren Schweinehund, gegen die Angst und die Wut, gegen die Sensationsgier der Medien und den Kampf für die eigene Würde, Privatsphäre, moralische und ausgleichende Gerechtigkeit und letztendlich auch für die große Liebe. Dies alles geschieht dramaturgisch geschickt (natürlich auch den äußeren Zwängen folgend), erzählerisch durchaus souverän, nicht ohne Humor und bewusster Lakonie und eigen larmoyant.

Musiker Oli ist, ebenso wie sein reales Vorbild, kein wirkliches Weichei und nimmt sein Schicksal, nach großen Wechselbädern aus Wut und Wehklage, schließlich selbst in die Hand, lotet die formalen Möglichkeiten des Strafvollzugs aus, setzt seine u.a. in der ‚Boulevardhölle‘ (STERN) erworbene Menschenkenntnis ein, bewährt sich, zweifelt, findet Freunde, überprüft seinen eigenen moralischen Kodex, gleicht ihn mit anderen ab und leidet an der Liebe: „Ich bin der Grund, warum meine Süße nicht auf täglicher Basis Sex hat. Der Grund, warum ihr niemand hilft, die Waschmaschine hochzutragen, bin ich. Der Grund, dass sie niemand tröstet, wenn sie Misserfolge im Job hat, bin ich. Der Grund, warum sie alleine einschläft, bin ich.“

Ben inszeniert sein Alter Ego weder als Helden noch als Anti-Helden. Auch wenn er zuweilen Härte und Männlichkeit für sich akzeptiert, so ist ihm doch stets bewusst, was Strafvollzug mit Menschen machen kann, wo die Grenzen dessen liegen, mit dem man konfrontiert werden möchte: „Man ist 24 Stunden sieben Tage die Woche von krimineller Energie umgeben. Woher man eine AK-47 bekommt, hätte ich letztes Jahr nicht beantworten können, jetzt würde ich „’ne gebrauchte oder ’ne neue“ zurückfragen können und das, ohne mich aktiv damit auseinandergesetzt zu haben.“

Ben gelingt es den Knast in seiner Normalität zu schildern und streift hierbei auf erfrischende Art und Weise gesellschaftlich relevante Themen wie Integration und Resozialisierung, Drogen und Statussymbole, Musik und Mode: „Viele scheinen besonderen Wert auf ihr Äusseres zu legen. Ich sehe überall getrimmte Bärte. Die Atmosphäre ist fast poserhaft, wie beim Schaulaufen, unglaublich maskulin, sehr männerstyled, was mir nicht unbedingt unsympathisch ist.“ Auch der sich mit der Zeit immer besser zurecht findende Oli beweist, nachdem er in die Essensausgabe befördert wurde, Stilsicherheit: „Du kriegst weiße Hosen, weiße T-Shirts, weiße Socken und ein weißes Barrett. Die Sachen kannst du super mit anderen kombinieren und dadurch in einem ganz coolen Style auftreten. Ich habe nach der Arbeit nur die Hosen gewechselt, weil mir diese grauen, weit geschnittenen Dinger, die alle tragen, besser gefallen. Aber wenn ich zum Hofgang raus bin, hatte ich ab sofort nicht mehr dieses verwaschene weinrote Oberteil an wie alle, sondern ein enges, weißes T-Shirt, das immer neu und frisch war.“ Besser man verliert seine Würde nicht. Niemals aber verliere deinen Style.

Ben und ich haben gemeinsam ein bisschen was erlebt. Vielleicht auch überlebt. Absturz, Klischee, laue Nächte, laute Nächte, lange Nächte, Aktion und Reaktion. Und nicht nur darum bin ich Ben diese unbedingte Kaufempfehlung seines Romans „313“ (erschienen bei Tag & Nacht) schuldig. Denn er hat mit diesem Buch ehrlich gesagt nicht nur mich, sondern viele andere und nicht zuletzt vielleicht auch sich selbst überrascht und eine Geschichte niedergeschrieben, die für sich selbst steht, in ihrer Authentizität aber unabdingbar mit der Person Ben Tewaag verbunden ist. Das ist nichts schlechtes. Das kann man lesen. Egal ob Leseratte, Schulklasse, Feministin oder Gangster. Gutes Buch, Digger! Respekt!

(Foto oben: Svenja Eckert, Foto unten & Text: Johannes Finke)



Trend 2011: Knutschen auf dem Dancfloor im Neonlicht
Januar 17, 2011, 11:48 am
Filed under: Gossip, Musik | Schlagwörter: , , , , ,

Foto Katja Hentschel

Im Zirkus der Eitelkeiten, punktgenau zur Fashion Week in Berlin gelandet, begrüßen wir die schönen, kühlen und unnahrbaren RIO GIRLS, Bonnie Strange, Mary Brixton und Jackie Hide. Drei Namen wie stark alkoholische Getränke, hinter denen drei junge Damen stehen, die nicht nur wissen, wie man sich anzieht, wie man sich bewegt und wie man singt, sondern die auch genau wissen was sie wollen. Aus Mitte entspringt ein Hype.

Bonnie Stranges Verlobter im Blank-Fashion-Shooting.



Bilder sprechen lassen: Havana Cultura zu Gast in der Hauptstadt – Musik, Menschen und Mixgetränke
Juni 7, 2010, 4:43 pm
Filed under: Gossip, Kunst, vor ort | Schlagwörter: ,



Weiterlesen



Berliner Beobachtungsposten, Sonnenkinder und Straßenkino
Mai 1, 2010, 11:14 am
Filed under: Gossip, Mode, Theater, vor ort | Schlagwörter: , , ,

Die Sonne scheint. Die Lockerness kehrt zurück. Die bunten Sonnenbrillen auch. Wir setzen uns an oder in oder auf die Straße und stellen fest: es hat sich nicht geändert bzw. wir haben uns nicht geändert, reagieren auf alte Reize, sehen neues nicht als ’neu‘ sondern vielmehr als ’notwendig‘ und altes als allgegenwärtig. Wir sind Waldorf und Statler, Bunte und Gala, Keta und Min und haben ein Zeitloch gefunden, ein alles verschlingendes Monster. Wir sind zweitausendzehn. Wir sind Berlin. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Kommen Sie doch einfach mal vorbei. Mittendrin statt nur dabei. Flaghipstore statt Futterneid. Hegemann statt Heilung. Redundanz statt Richtung. Also setzen wir uns einfach mal hin und warten ab, wird schon wieder irgendwas passieren. Mit uns. Ohne uns.


(Text/Fotos: JF)



Streetart, Spring!

Der Frühling hat begonnen.

Dies, werte Leserschaft, lässt sich nicht nur daran feststellen, dass die Sonne früher auf- und später untergeht. Oder vielleicht daran, dass wir, dank (in der Hauptstadt gemessenen) 19°C nunmehr langsam dem Zwiebellook Lebewohl und körperbetonter Kleidung Hallo sagen können. Und ganz bestimmt daran, dass wir, wenn wir denn aufmerksam genug sein sollten, jeden Tag neue Farb-Knospen an den Fassaden aufblühen sehen. Die Zeit des Winterschlafes ist vorbei und so kriechen die, welche beim Ausüben ihrer Kunst das Tageslicht meiden müssen, nach Einbruch der Dunkelheit aus ihren Großstadthöhlen, um Wände, Türen, Mülleimer, Pflastersteine, Bäume, kurz, jede Form von geeignetem Untergrund mit ihren Zeichen zu versehen. Dass diese Zeichen so vielfältig sind und sich der gemeine Streetart-Künstler verschiedenster Techniken bedient, um sie zu setzen, seine Zeichen, das macht diese urbane Kunstform so anziehend und gleichsam abstoßend. Denn jeder kann ein Paper an einem Laternenpfahl befestigen oder ein willkürlich gewähltes Tag an die nächstbeste Klotür schmieren. Gut muss das Ganze noch lange nicht sein.

Obwohl spätestens seit Banksy, dessen Name den in die Urban Art-Szene involvierten Individuen schon längst aus dem Hals hängen sollte, Streetart auch global als gut – und teuer! – angesehen wird und den Weg in die zahllosen Galerien der Großstädte dieser Erde geschafft hat, es ist noch lange nicht soweit, dass die breite Masse beim Wort Graffitti nicht an Vandalismus denkt. Die Berliner Szene ist besonders engagiert dabei, Streetart und Graffiti salon-und galeriefähig zu machen. Und neuerdings gibt es sogar Unterstützung von der Stadt. Seit dem ersten April arbeiten vier international bekannte Graffiti-Künstler am Steglitzer „Bierpinsel“: Flying Förtress, Sozyone, Honet und Craig „KR“ Costello arbeiten für sechs Wochen an den 2000qm Fassade des 46 Meter hohen Turms aus den 70ern.

Im Turm stellen neun weitere Künstler aus und auch die nähere Umgebung des Turms, beispielsweise der U-Bahnhof Schlossstraße, werden von Streetart-Künstlern verschönert. Intention der Wiederbelebung des schlafenden Riesen war laut den Initiatoren folgende: „Mit dem Projekt TURMKUNST 2010 wollen wir die Entwicklung der zeitgenössischen Kunst weiter voran treiben. Die Form des Bauwerkes, als auch die Arbeitsweise sind allein schon eine Herausforderung, die nur wenige Künstler meistern können. Dazu ist es unsere Intention, die Berliner Kunst- und Kulturlandschaft anzureichern und zu bereichern, nicht zu duplizieren: Deshalb Street Art und keine klassische Malerei, deshalb Standort Steglitz und nicht Mitte.“

Die Künstler sind täglich bei der Arbeit zu beobachten, aktuelle Bilder gibt es im Netz unter just.ekosystem.org/BLOG/.

TURMKUNST 2010 ist (nach der Berliner Mauer) zweifelsohne das größte Graffittiprojekt, das sich jemals in der Hauptstadt abgespielt hat. Ein Meilenstein für die Szene; höher, größer, besser. Doch nicht nur der Bierpinsel und die damit verbundenen Aktionen lassen im April die Herzen der Streetart-und Graffitiliebhaber höherschlagen. Morgen Abend lädt das Stattbad Wedding zur Vernissage von „A Touch Of Evil“, wo die polnischen Schwestern Beata and Anna Niedhart, sowie Dord Burrough,
Drobczyk,
Anna Vo, Nikko Barber
und Infinite Livez ihre Arbeiten (ausnahmsweise mal auf Papier gebannt) ausstellen.

Eine komplett neue Interpretation urbaner Kunst wird ab dem 30. April im systM zu sehen sein. Die Constructed Styles-Ausstellung stellt die Verbindung von LEGO und Graffiti namhafter Künstler aus der Street Art-Szene her. Die Umsetzung von Graffiti ins Dreidimensionale ist einzigartig; eine Symbiose aus Kunststoffsteinen in grellen Farben und prägnanten Graffiti-Schriftzügen. Die ausgestellten Kunstwerke sind das Ergebnis der LEGO Graffiti Convention im Dezember 2009 in München. systM zeigt Werke der Street Art-Künstler Cole Blaq, Orion Pax, Buntlack, Acid79, Chill, Baks, Diablo, Pley, Riko und Thesigner. Der für seine „Dispatchwork“ weltbekannte Künstler Jan Vormann sorgt für LEGO-Objekte an Häuserwänden in der nahen Umgebung der Galerie.

Drei ausgesuchte Urban-Art-Happenings für diejenigen, deren Durst nach neuen Bildern das S-Bahnfahren nicht mehr stillen kann. Denn gerade dort trägt der Frühling seine schönsten Früchte. Augen auf.

(Teresa Mohr)



Robert, erzähl doch mal! – The History Of Gary

Mit zehnjähriger Bandgeschichte im Rücken veröffentlichen Gary im Mai ihr neues, von Tobias Siebert produziertes Album „One Last Hurrah For The Lost Beards Of Pompeji“. Ich höre die Songs zum ersten Mal Ende Oktober vergangenen Jahres im Berliner Laub & Frey, als Tobias Siebert die ungemasterten Aufnahmen einlegen lässt. Es dauert nicht lange, ein paar Takte, der erste Chorus, und ich fühle mich mit einem Schlag zuhause. Ich werte das als gutes Zeichen und lasse mich an diesem Abend etwas gehen. Ein Abend unter Freunden mit ein zwei Flaschen Wein und den richtigen Themen. Nachdem die CD das dritte Mal durchgelaufen ist, habe ich das Gefühl, als hätte ich heute Abend noch einen weiteren alten Freund wieder getroffen. Die Assoziationen fliegen nur so durch den Raum und meinen Kopf. Es sind Songs und Orte, Begegnungen und Momente auf Tour oder Bühne, im Bus oder im Kerosine in Augsburg oder in der Luna Bar in Münster. Zusammen ergibt das alles bei weitem kein Bild, aber zumindest ein Gefühl. Dann sollten noch mal fast fünf Monate vergehen, bis Robert mich fragt, ob ich einen Info-Text zum neuen Release beisteuern könnte, denn irgendwie würde er da ‚feststecken’. Nach kurzen Erläuterungen verstehe ich das Dilemma und erkläre mich gerne bereit. Um mir einen Überblick zu verschaffen, bitte ich ihn, mir mal so im Schnelldurchlauf die vergangen zehn Jahre Gary abzureissen. Die Highlights. Das Geld.  Die Hits. Den Ruhm. Also Robert, erzähl doch mal!

„Erstes Konzert im Pudel. Sterne, Tocotronic und der Rest der Hamburger Schule sind anwesend. Dazu alle Majors. Katastrophales Konzert. Rasmus behauptet bis heute, er hätte Angina Pektoris gehabt. Trotzdem machen uns danach mehrere Majors Angebote. Alles, weil ich auf dem Cover vom Jetzt! war und mit „Tocotronic, Huah, Teenage Fanclub und die Lemonheads sind die besten Bands der Welt“ zitiert wurde. Wir entscheiden uns für Zomba und wollen unbedingt auf das Sublabel JIVE, weil da auch die Backstreet Boys, R. Kelly und Britney Spears veröffentlichen. Den Witz versteht leider niemand.

Weiterlesen