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Sean Price…Still Underground Somehow

Er ist kein Newcomer, bei Weitem nicht. Er war immer da. Er ist auch jetzt noch hier. Trotzdem ist er nur Wenigen ein Begriff. Das mag daran liegen, dass er meist Bestandteil von Rap-Formationen war. Eigentlich einschlägige Namen: Heltah Skeltah, Boot Camp Clikk– aber eben Formationen…Da geht der Einzelne schnell mal unter. Die Solo-Projekte des New Yorker Rappers waren zwar solide, köchelten allerdings mehr unter der Oberfläche des Mainstreams. Das ist prinzipiell keine schlechte Sache. Wie sagte Helge Schneider: Nur weil alle Lachen, heißt das nicht, der Witz war gut. Und wenn nur einer lacht, heißt das nicht, der Witz war schlecht. Es ist ja auch nicht der einzige MC, dem nicht das verdiente Maß an Anerkennung zuteil wird. So erfreut sich eben ein illustrer Kreis in Form einer soliden Fanbase an Sean Price Werken. Seit den 90ern versorgt er diese nun. 41 Lenze zählt er mittlerweile. Im Laufe dieser Zeit dürfte er wohl im Zuge seiner Solo- oder auch Combo-Projekte mit so ziemlich jedem Rapper zusammengearbeitet haben. Zwischenzeitlich lief es wohl nicht so gut für ihn. Zwar hörte er nie auf Musik zu machen, musste aber zwischenzeitlich auf teils nicht ganz legale Nebeneinnahmequellen zurückgreifen, um sich über Wasser zu halten. U.a. dieser Umstand brachte ihm den Beinamen „the brokest rapper you know“ ein. Doch hier geht’s ja um seine Musik. Unvergessen meinerseits sein Features mit den Jedi Mind Tricks. Die sind aber schon eine Weile her. Doch wie gesagt: Stillstand ist nicht in Sicht. Erst 2009 tat er sich mit Guilty Simpson und Black Milk zu der Combo „Random Axe“ zusammen. Auf das Album der 3 musste man allerdings 2 Jahre warten. Sein letztes Solo-Album „Mic Tyson“ kam 2012 auf den Markt. Da war der Mann 40….und im Gegensatz zu ein paar seiner Rap-Kollegen scheinen Erfolg und Wohlstand ihn noch nicht komplett domestiziert zu haben. Das ist gut für ihn. Und da er grad auf Tour ist, ist das auch gut für uns. Also: hingehen, Tribut zollen!

Sean Price, 27.10., Bi Nuu

alle Infos zu Konzert und Ticketerwerb findet ihr hier.

(YB)



Check The Rhyme Tour ’09
Februar 20, 2009, 11:51 am
Filed under: Gossip, Musik, vor ort | Schlagwörter: , , , ,

Hip Hop You Don’t Stop oder I Love My Adidas

Wir konnten es beim Erblicken der Plakate kaum glauben, in zwei Wochen sollte sich ein wahres Hip Hop-Jahrhundertereignis abspielen. Oder wie sollte man ein Konzert klassifizieren, das die größten Hip Hop-Helden der Neunziger vereint, das Oldschool in Reinform serviert? Die Check The Rhyme-Tour, organisiert von der Frankfurter Agentur Solar Penguin, bot am 18.02. folgendes Menü: Vorspeise: Beatnuts, Zwischengang: Jeru The Damaja, Hauptgang: Da Alkaholiks, gefolgt vom Dessert: Lords Of The Underground. Als Gruß aus der Küche gab es zwischendrin Paris und ganz am Anfang Mystic Roots.

Für Fans von Oldschool-Rap ein Konzertereignis der Superlative, weshalb die Maria als Location vielleicht auch wenig zu klein gewählt war, spätestens ab dem Erscheinen des zweiten Acts litt man unter kontinuierlicher Atemnot.

Zum Publikum – Hip Hop scheint immer noch eine Männerdomäne zu sein, die Frauenquote lag bei maximal 20%. Besonders auffällig: Die Frequentierung der Toilettenräume. Die Schlange vor dem Männerklo war tatsächlich länger, als bei den Damen, was, wie ich mir bereits bei einer anderen Veranstaltung von einer älteren Harndrang-Mitbetroffenen hatte erklären lassen, sonst wohl nur auf der Wies’n vorkommt. Bei meinem Aufenthalt in den vorderen Reihen konnte ich gleich gar keine andere Frau ausmachen.

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